Polizisten sperren eine Straße in der Nähe des Anschlagsorts in Kabul ab. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa

Polizisten sperren eine Straße in der Nähe des Anschlagsorts in Kabul ab. Foto: Rahmat Gul/AP/dpa

Kabul 12.06.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Kabul: Mindestens vier Tote nach Bombenexplosion in Moschee

In Afghanistans Hauptstadt Kabul sind bei der Explosion einer Bombe in einer Moschee mindestens vier Menschen getötet worden.

Unter den Toten sei auch der Prediger, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag mit. Acht weitere Menschen seien verletzt worden. Zunächst bezichtigte sich niemand der Tat.

Regierungssprecher Sedik Sedikki verurteilte die Tat: „Der abscheulich Terroranschlag auf eine weitere Moschee in Kabul heute ist verachtenswert (...), unschuldige Gläubige zu attackieren ist erbärmlich“, schrieb Sedikki auf Twitter. Die islamistischen Taliban verurteilen den Angriff und dementierten, für die Tat verantwortlich zu sein.

Der Anschlag ereignete sich im Westen der Stadt, wo mehrheitlich Schiiten leben. Bereits vor einem Monat gab es in der Nähe einen Anschlag auf ein Krankenhaus. Damals wurden mindestens 25 Menschen getötet, darunter Mütter mit neugeborenen Kindern. Niemand bekannte sich zu der Tat, die international für Entsetzen sorgte. Die USA beschuldigten jedoch die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), die in Afghanistan neben den islamistischen Taliban aktiv ist.

Einen weiteren Bombenanschlag in einer Moschee vor zehn Tagen, bei dem ein Geistlicher getötet wurde, reklamierte der IS für sich. Immer wieder verübt der IS in Afghanistan Anschläge gegen Zivilisten und religiöse Minderheiten.

Um den Konflikt im Land zu beenden, sind Friedensgespräche zwischen Regierung und Taliban geplant. Präsident Aschraf Ghani sagte am Donnerstag jedoch, dass die Gefahr durch Terrorgruppen wie den IS und Al-Kaida in Afghanistan auch nach einem Frieden mit den Taliban nicht aufhören werde. Die innerafghanischen Friedensgespräche waren in einem Abkommen zwischen den USA und den Taliban vor rund drei Monaten vereinbart worden.

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Erstellt:
12. Juni 2020, 15:50 Uhr
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