Kaffeekanne, 1920er-Jahre,
Emailliert. Museum Nienburg

Kaffeekanne, 1920er-Jahre, Emailliert. Museum Nienburg

Nienburg 29.11.2018 Von Die Harke

Kaffeekanne ist Objekt des Monats

Hitze- und farbbeständig, geschmacksneutral und hygienisch. Damit lässt sich beschreiben, was um die Jahrhundertwende aus einer uralten Kunsttechnik wurde: massenhaft produzierbares Emailgeschirr. Über 3500 Jahre alt ist die Kunstemail und erlebte über die Jahrhunderte immer neue Ausformungen, wie zum Beispiel die sogenannte Blutemail der Kelten um 500 v. Chr. oder das Maleremail im 16. Jahrhundert. Aber erst die aufkeimende Industrie brachte die technischen Möglichkeiten der Emaillierung von Stahlblech. Das revolutionäre und beständige Geschirr vereinfachte aber nicht nur den Haushalt. Die Ausarbeitung blieb zum Teil kunstvoll. Form und Farbe des Geschirrs konnten Weltgewandtheit repräsentieren, ganze Seriendekors erschienen. Dass Emailgeschirr teilweise jahrzehntelang in einem Haushalt bleiben sollte, lag nicht unbedingt an Armut, sondern auch an persönlicher Gebundenheit an die Stücke.

Diese Kaffeekanne aus der Sammlung des Museums Nienburg weist ein Spritzdekor im Stil der Neuen Sachlichkeit auf. Unter Verwendung elastischer Schablonen wurden mit Spritzpistolen oder Luftpinseln anstelle komplizierter Bemalungen geometrische Grundformen aufgespritzt.

Der rußgeschwärzte Boden dieser Emailkanne lässt auf den Gebrauch auf offener Flamme schließen.

Die Kaffeekanne ist im Dezember als Objekt des Monats im Fresenhof zu sehen.

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Erstellt:
29. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 34sec

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