Kahlschlag im Hägerdorn

Kahlschlag im Hägerdorn

Auf zwölf Hektar wurden abgestorbene Bäume gefällt. Foto: Lars Neumeyer

Die neuartige Ahorn-Rußrindenkrankheit macht den Wäldern im Nordkreis zu schaffen: „Die ersten Anzeichen dieses aus Nordamerika stammenden Erregers wurden bereits im Sommer 2017 durch welke Kronen und absterbende Kronenäste sichtbar.

Der Befall verstärkte sich im Waldgebiet Hägerdorn nahe Hoya rapide in den trockenen letzten zwei Jahren. Von 16 Hektar Ahornfläche sind drei Viertel unterschiedlich stark befallen“, berichtet Lars Neumeyer, seit Oktober 2019 Forstanwärter in der Revierförsterei Memsen der Niedersächsischen Landesforsten.

Der 25-Jährige, der nebenher sein Masterstudium in Forstwissenschaften abschließt, hat die Schäden im Revier Memsen untersucht und dokumentiert. Diese Aufgabe hatte ihm sein Ausbilder, Revierförster Uwe Niedergesäss, übertragen.

Im weiteren Krankheitsverlauf bilden sich nach Angaben der Landesforsten schwarze Nekrosen (Absterbeerscheinung) und flächige schwarze Sporenlager unter der abplatzenden Rinde. Der Baum stirbt ab und Weißfäulepilze besiedeln die geschwächten oder toten Bäume. Dadurch steigt die Bruchgefahr sehr stark. „Wir haben uns schweren Herzens entschlossen, die betroffenen Bergahorne auf zwölf Hektar Waldfläche fast vollständig zu entnehmen. Darunter stehen zum Glück junge Flatterulmen und Hainbuchen“ schildert Revierleiter Niedergesäss das Vorgehen im Winter. „Einige noch gesunde Ahorne und eine kleine Schadfläche sind verblieben. Dort beobachten Göttinger Forstwissenschaftler den weiteren Krankheitsverlauf.“

Wegen der Bruchgefahr und den Massen abgesonderter Pilzsporen, die auch gesundheitsschädlich sein können, wurden die kranken Bäume mit einer Holzerntemaschine bei geschlossener Kabine geerntet. „Wir haben auch die Holzkäufer gebeten, beim Abtransport das Holz abzudecken, um eine weitere Ausbreitung der Pilzerreger zu verhindern“, erläutert Lars Neumeyer. Er schätzt, dass im Hägerdorn der Ahorn in Trockenjahren nicht genügend Wasser findet. „Wir gehen davon aus, dass sich der Ahorn dort nicht halten wird. Unsere anderen Bergahorn-Vorkommen haben ebenfalls beginnenden Befall. Da hoffen wir wegen der besseren Wasserversorgung auf milderen Krankheitsverlauf.“

Eine weitere Aufgabe hat der im Harz aufgewachsenen Lars Neumeyer bis zu seiner Anwärter-Prüfung im März 2021 noch vor sich: „Der Pilzbefall entwertet das weiße Ahornholz durch grünliche Verfärbung. Ich soll untersuchen, wann die Verfärbung einsetzt, um die Entwertung möglichst gering zu halten.“