23.12.2012

Kapuzen-Männer bedrohen Kinder

Stolzenau: Schüler wurde aufgefordert, Feuer zu legen / Mädchen mit Messer bedroht

Von Arne Hildebrandt

Stolzenau. Unheimliche Begegnungen in Stolzenau: Eine mysteriöse Gruppe schwarzgekleideter Männer mit schwarzen Mützen oder Kapuzen, die in Stolzenau Kinder unter Androhung von Gewalt zu Brandstiftungen zwingt, sorgt bei Eltern, Schülern und Lehrern für Unbehagen.

Harald Tielking, Schulleiter der Grundschule Stolzenau, mahnte Mittwoch in einem Schreiben an die Eltern der 260 Grundschüler zur Vorsicht, ihre Kinder in der Dämmerung nicht allein in Stolzenau unterwegs sein zu lassen. „Es scheint so zu sein, dass bis zu drei Erwachsene Kinder auf ihrem Schulweg oder auf ihrem Weg am Nachmittag durch den Ort ansprechen und von ihnen verlangen, dass sie etwas Anzünden sollen. Für den Fall, dass das nicht befolgt wird, drohen sie Schläge an oder sie sogar umzubringen.” Allerdings sei, so Tielking, in allen bekannten Fällen kein Kind berührt worden. Es seien reine mündliche Bedrohungen.

„Wir nehmen die Sache sehr ernst”, sagt Polizist Helmut Wesemann von der Polizeistation Stolzenau. Die Polizei fahndet nach den Männern und ermittelt wegen Verdachts der Nötigung. Doch konkrete Hinweise, wer die Männer sind, woher sie kommen und was sie eigentlich bezwecken gibt es nicht.

Der Schulleitung liegen inzwischen Aussagen von 20 Schülerinnen und Schülern vor, die sich decken. Insofern bezweifelt Tielking die Vorfälle nicht.

Montag gegen 7.30 Uhr hatte einer der Männer einen achtjährigen Jungen auf der Wilhelm-Busch-Straße ein Handteller großes Stück Papier und ein Feuerzeug in die Hand gedrückt und ihn aufgefordert, es anzuzünden. Mit dem brennenden Papier sollte er einen Holzschuppen neben der Bushaltestelle anstecken. Der verschreckte Junge zündete zwar das Papier an, flüchtete dann aber in den Schulbus, der gerade hielt. Am nächsten Morgen berichtete er der Klassenlehrerin von dem Vorfall.

Ein Fünftklässler aus der Realschule soll von den Männern aus dem Auto heraus angepöbelt worden sein.

Die Nachricht verbreitete sich schnell über Facebook. Wie sich herausstellte, wurde auch ein Mädchen von den Männern bedroht. Bereits vor zwei Wochen soll der Anführer dem Mädchen ein großes Messer gezeigt haben. „Damit bringe ich dich um. Wir erwischen dich. Wir wissen, wo du wohnst”, soll er gesagt haben. Dann stiegen die Männer, die Bierflaschen in der Hand hatten, ins Auto. Zeugen hatten den Vorfall beobachtet.

Mittwoch gegen 12 Uhr ließen sich zwei der drei Männer sogar am Rande des Schulhofes der Grundschule blicken. Zwei Mädchen hatten beobachtet, dass die Männer hinter einem Busch standen. Als vier bis fünf Jungs auf die Männer zuliefen, flüchteten sie mit einem Auto. Als die Polizei wenig später eintraf, war das Auto bereits verschwunden.

Die Polizei beschreibt die Männer als über 20-Jährige. Sie sind mit einem hellen großen Auto, vermutlich einem Kombi, unterwegs. Sie tragen lange schwarze Mäntel oder Jacken, dunkle Kapuzen oder Mützen. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon (0 57 61) 92 060 entgegen.

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Erstellt:
23. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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