Im neuen Verfahren des Bundeskartellamts geht es um die Frage, ob Amazon Dritthändlern den Verkauf von Markenprodukten verbieten darf. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Im neuen Verfahren des Bundeskartellamts geht es um die Frage, ob Amazon Dritthändlern den Verkauf von Markenprodukten verbieten darf. Foto: Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Bonn/Frankfurt 29.10.2020 Von Deutsche Presse-Agentur

Kartellamt untersucht Beziehungen von Amazon und Apple

Das Bundeskartellamt hat ein Verwaltungsverfahren gegen Amazon und Apple eingeleitet. „Wir möchten klären, ob und inwieweit Amazon mit Markenherstellern zu Lasten von Dritthändlern kooperiert“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt und bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Nach bisherigen Erkenntnissen des Amtes biete Amazon Markenherstellern die Möglichkeit, Dritthändler vom Verkauf von Produkten ihrer Marke auf dem deutschen Amazon-Marktplatz auszuschließen, wenn sie gleichzeitig Amazon als Händler beliefern. Bei manchen Marken würden pauschal alle Händler mit Ausnahme von Amazon selbst und dem jeweiligen Markenhersteller ausgeschlossen. Bei anderen Marken beziehe sich der Ausschluss nur auf bestimmte Dritthändler.

Mundt erklärte, prominentestes Beispiel für ein solches „Brandgating“ sei die Kooperation von Amazon und Apple. „Seit Anfang 2019 ist der Verkauf dieser Produkte auf dem deutschen Amazon-Marktplatz nur noch autorisierten Apple-Händlern erlaubt. Auch Amazon ist zwischenzeitlich autorisierter Apple-Händler geworden und wird als Händler mit Apple-Produkten beliefert.“

Mundt räumte ein, dass solche Vereinbarungen auch dem berechtigten Schutz vor Produktpiraterie dienen können. Sie müssten aber verhältnismäßig sein und dürften nicht zu einer Ausschaltung des Wettbewerbs führen.

Ein Amazon-Sprecher erklärte, sein Unternehmen kooperiere „vollumfänglich mit den zuständigen deutschen Behörden“. „Wir sind stets bestrebt, unseren Kunden die breiteste Produktauswahl anzubieten, während wir gleichzeitig enorme Ressourcen investieren, um ein vertrauensvolles Einkaufserlebnis zu bewahren, indem wir unseren Store vor unrechtmäßigen Waren schützen.“ Neben Amazon und Apple selbst könnten auch andere autorisierte Händler wie Cyberport oder Gravis die Apple-Produkte auf der Amazon-Plattform anbieten.

Ein Apple-Sprecher erklärte, die Sicherheit der Kunden stehe für Apple an erster Stelle. „Unsere Teams arbeiten ständig mit Strafverfolgungsbehörden, Händlern und E-Commerce-Seiten auf der ganzen Welt zusammen, um gefälschte Produkte vom Markt zu nehmen.“ Mit Amazon kooperiere man, um die Kunden „vor gefälschten Produkten zu schützen und ihnen die Sicherheit zu geben, dass sie ein echtes Apple-Produkte in ihrem Paket erhalten“.

© dpa-infocom, dpa:201029-99-128284/4

FAZ-Bericht

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Erstellt:
29. Oktober 2020, 13:03 Uhr
Lesedauer:
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