Der Kauf der Hornschuch-Gruppe durch das internationale Technologieunternehmen Continental kann vollzogen werden. Büsching

Der Kauf der Hornschuch-Gruppe durch das internationale Technologieunternehmen Continental kann vollzogen werden. Büsching

Stolzenau/Hannover 02.03.2017 Von Die Harke

Kartellbehörden geben grünes Licht

Auch der mehr als 200 Mann starke Standort Stolzenau ist betroffen: Continental kauft die Hornschuch-Gruppe

Der Kauf der Hornschuch-Gruppe durch das internationale Technologieunternehmen Continental kann vollzogen werden. Das teilt die Konrad Hornschuch AG in einer Pressemitteilung mit. Demnach haben alle zuständigen Kartellbehörden dem Zusammenschluss beider Unternehmen ohne Auflagen zugestimmt. Betroffen ist davon auch der Stolzenauer Hornschuch-Standort mit seinen mehr als 200 Mitarbeitern. Die Hornschuch-Gruppe kann jetzt in den Geschäftsbereich der zu Conti gehörenden Benecke-Kaliko AG integriert werden; im Oktober vergangenen Jahres waren die Pläne öffentlich geworden. Für den Oberflächenspezialisten Benecke-Kaliko ist der Zukauf die größte Akquisition in der fast 300-jährigen Unternehmensgeschichte. Sie kann vollständig aus den liquiden Mitteln und verfügbaren Kreditlinien des Continental-Konzerns finanziert werden.

„Wir haben die Hornschuch-Gruppe gekauft, weil wir weiter wachsen wollen. Und zwar kräftig“, sagte Dr. Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG. „Unser primäres Ziel ist, unser Industriegeschäft soweit zu stärken, dass es an die Wachstumsraten unseres Automobilgeschäfts anschließen kann.“ Die international sehr gut ausgebauten Vertriebsnetze beider Unternehmen ergänzten sich gut. Vor allem in Nordamerika könnten die Kunden durch den Zusammenschluss besser erreicht werden. Den Hornschuch-Mitarbeitern eröffneten sich durch die Zugehörigkeit zu einem internationalen Technologiekonzern neue Entwicklungsmöglichkeiten und internationale Karrierechancen. Dr. Leiß erwartet zusätzlich einen Kreativitätsschub im Oberflächendesign, in der Forschung und Entwicklung, aber auch eine Reihe von Synergien, vor allem im Einkauf.

Wir passen einfach gut zusammen, weil wir vergleichbare Traditionen und Kulturen haben.

Optimistisch äußerte sich auch Dr. Hans-Hinrich Kruse, CEO der Konrad Hornschuch AG: „Im Verkaufsprozess wurde offensichtlich, dass die Hornschuch-Gruppe ihre Zukunftsfähigkeit am besten mit einem strategischen Investor wie Continental sichern kann. Der Zusammenschluss mit Benecke-Kaliko bietet daher eine hervorragende Chance, uns gemeinsam in unseren weltweiten Märkten weiterzuentwickeln. Wir passen einfach gut zusammen, weil wir vergleichbare Traditionen und Kulturen haben.“

Die Hornschuch-Gruppe mit Stammsitz in Weißbach ist einer der führenden Hersteller für Design-, Funktions-, Schaum- und Kompaktfolien sowie Kunstleder in der Möbel-, Bau- und Automobilindustrie wie auch in der Do-it-Yourself-Branche (DIY). Hornschuch erzielte im Geschäftsjahr 2015 mit mehr als 1800 Mitarbeitern an vier Produktionsstandorten in Deutschland sowie den USA einen Umsatz von 410 Millionen Euro.

Benecke-Kaliko entwickelt und fertigt an sieben Standorten in Deutschland, China, Mexiko, Polen und Spanien Oberflächenmaterialien für Kfz- und Nutzfahrzeuge sowie andere wichtige Industrien. 2015 wurde in diesem Conti-Geschäftsbereich ein Umsatz von knapp 550 Millionen Euro erzielt.

Fusioniert, um zu wachsen: Dr. Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG, und Dr. Hans-Hinrich Kruse, Vorstandsvorsitzender der Konrad Hornschuch AG.  Continental

Fusioniert, um zu wachsen: Dr. Dirk Leiß, Vorstandsvorsitzender der Benecke-Kaliko AG, und Dr. Hans-Hinrich Kruse, Vorstandsvorsitzender der Konrad Hornschuch AG. Continental

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Erstellt:
2. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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