Die Bürgerinitiative für Strahlenschutz (BISS) Leese fordert, bei der Auslagerung der Atomfässer beteiligt zu werden. Foto: BISS

Die Bürgerinitiative für Strahlenschutz (BISS) Leese fordert, bei der Auslagerung der Atomfässer beteiligt zu werden. Foto: BISS

Leese 05.10.2020 Von Die Harke

„Katastrophale Bedingungen“

Biss-Kritik an Atomtransporten aus Leese / Forderung nach Zeitplan

Die Bürgerinitiative für Strahlenschutz (Biss) Leese ist eigenen Angaben zufolge entsetzt. „Informationen über Störfälle erhalten die Beteiligten über die Presse. Die Auslagerung der Fässer Atommüllfässer erfolgt unter katastrophalen Bedingungen“, teilt BISS in einer Presseerklärung mit.

Die Biss übt darin scharfe Kritik an der Art und Weise der Auslagerung der Atommüllfässer nach Jülich. „Trotz unserer Anfrage Anfang Juli an das Umweltministerium wurden uns die Abläufe zur Auslagerung nicht mitgeteilt. Es besteht das Recht auf Information nach dem Umweltinformationsgesetz“, heißt es weiter.

Biss werde nach den Informationen über erneute Störfalle der Gammelfässer bzw. aufgeblähte Atommüllfässer den Druck auf das Ministerium erhöhen. „Wir werden gerichtlich die Informationen einklagen müssen. Eine ungeheuerliche Situation ist jetzt eingetreten. Die kritischen Fragen werden nicht veröffentlicht“, teilt BISS mit. Es nutze der Bevölkerung nichts, wenn nur über Störfälle informiert werde. Biss verlange Informationen, bevor es zu solche Zuständen kommt.

„Wir werden uns mit Messungen und Überprüfungen an den Auslagerungsvorgängen beteiligen müssen. Wir fordern Ortsbesichtigungen und die Veröffentlichung der Transporttermine zwecks eigener Messungen“, appelliert BISS an das Ministerium, beteiligt zu werden. Die beteiligten Firmen, die in der Vergangenheit bereits mit „eher lässigem“ Umgang mit den Fässern aufgefallen seien, „scheinen erneut nicht in der Lage zu sein, einen sicheren Umgang zu gewährleisten“.

Biss werde die Störfallberichte und die daraus folgenden Anpassungen der Bergungskonzepte kritisch analysieren und womöglich eigene Maßnahmen fordern. Biss fordert einen klaren Terminplan zur Auslagerung aller Fässer aus Leese bis 2030. In diesem Terminplan solle ein Pufferzeitraum eingeplant werden. Mehrere Jahre müssten zusätzlich als Reserve eingeplant werden.

„Die Termintreue der Akteure zur Auslagerung sehen wir mehr als kritisch, da bereits nach zwei Jahren Planung mehrere Monate Verzögerung eingetreten sind. Zusätzlich müssen wir von weiteren Unfällen während des Umlagerns rechnen“, heißt es in der Presseerklärung.

Die Landesregierung diskutiere seit Jahren über den Verbleib der Fässer nach 2030. Werde es keine klare Aussage in den nächsten Monaten geben, wolle Biss mit „kreativen Aktionen“ alles dafür tun, um die Fässer nicht zurück nach Leese zurückkommen zu lassen, kündigt die Bürgerinitiative an, ohne aber konkret zu werden, was das für „kreative Aktionen“ sein könnten.

Die Bürgerinitiative für Strahlenschutz fordert abschließend: „Wir fordern, die Straße zum Raiffeisengelände Oehmer Feld als Einbahnstraße für Atommüll zu deklarieren. Während der Auslagerung müssen Sperrgebiete eingerichtet werden, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“

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Erstellt:
5. Oktober 2020, 14:26 Uhr
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