Die Rettungsdecke darf bei keinem Einsatz fehlen. Durch sie können verunglückte Personen vor Unterkühlung, Nässe und Wind geschützt werden. Foto: wehrse

Die Rettungsdecke darf bei keinem Einsatz fehlen. Durch sie können verunglückte Personen vor Unterkühlung, Nässe und Wind geschützt werden. Foto: wehrse

Loccum 09.08.2017 Von Die Harke

Katastrophe realistisch simuliert

Einsatzzug des DRK-Kreisverbands probte den Einsatz nach einem großen LKW-Unfall

Das Szenario: Ein schwerer Lkw ist in eine Menschengruppe gerast. Es gibt zig Verletzte. Andere sind äußerlich unverletzt, stehen jedoch unter Schock und irren ziellos umher. Der Einsatzzug des DRK-Kreisverbands Nienburg muss sich um die Menschen kümmern, Verletzte bergen und versorgen. Das Ganze ist nur eine Übung, aber die hat es in sich. Unter, hinter und neben dem Sattelzug auf dem eigens dafür zur Verfügung gestellten Betriebsgelände direkt an der Grenze nach NRW liegen Laiendarsteller vom DRK-Kreisverband Minden-Lübbecke, die sehr überzeugend wimmern und stöhnen. Die perfekte Schminke sorgt vollends für ein schauriges Bild. „Es fehlen lediglich die Gaffer mit ihren Handykameras“, heißt es vom DRK.

„Ein solches Szenario will sich eigentlich niemand vorstellen.“

DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Krone

Die Mitglieder des Einsatzzuges kümmern sich zügig und konzentriert um die „Betroffenen“. DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Krone hat sich in Zivil an den Rand des Übungsgeländes gestellt und schaut aufmerksam zu. „Ein solches Szenario will sich eigentlich niemand vorstellen“, sagt er. „Heute habe ich lediglich Beobachter-Status. Im Ernstfall stelle ich jedoch in meiner Funktion als Krisenmanager (VKM) das Bindeglied zwischen Ehren- und Hauptamt her und kümmere mich beispielsweise um die Bereitstellung eventuell benötigter finanzieller Mittel, etwa bei länger anhaltenden Schadenlagen.“

„Ob es sich hier im Ernstfall um einen Unfall oder einen Anschlag handeln würde, hätten wir nicht zu beurteilen“, sagt Harald Engelhardt, Fachberater Sanität und Betreuung beim DRK und damit in einem Ernstfall Bindeglied zwischen den Hilfsorganisationen, dem DRK und dem Einsatzstab des Landkreises. „Aber in jedem Fall wäre das hier leider ein durchaus realistisches Bild.“

Zelte, Decken, Notstromaggregate

Kreisbereitschaftsleiter Stephan Brandt, der die Übung gemeinsam mit seiner Kollegin Maike Matthies organisiert hat, beschreibt Details: „Wir haben hier die unterschiedlichsten Verletzungsmuster.“ Welche Verletzungen das im Einzelnen sind, wissen die Übenden nicht. Das müssen sie, wie im Ernstfall, zügig herausfinden und entsprechend reagieren. Der 30-köpfige Einsatzzug des DRK ist eine Art Multifunktions-Einheit. Die Gruppe umfasst nicht nur Sanitätskräfte, sondern auch Techniker und Betreuer. Im Ernstfall – also insbesondere dann, wenn es zahlreiche Verletzte gibt – kann der Einsatzzug Zelte als Verbands- und Versorgungsplätze aufbauen und Verletzte sofort und vor Ort versorgen. Alles, was dazu benötigt wird – von Zelten über Decken und Notstromaggregaten bis zu Tragen und Medikamenten – hat die Einheit bei sich.

Insgesamt drei Tage dauerte die Übung der – fast ausschließlich ehrenamtlichen – Teilnehmer. Das Lastzug-Szenario ist nur ein Teil davon; außerdem standen Fortbildungen im Bereich Sanität und Digitalfunk sowie einsatzrelevante Führerschein-Erweiterungen auf dem Programm. „Basis“ während dieser drei Tage war die Oberschule Loccum – dort wurde auch gegessen und geschlafen.

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Erstellt:
9. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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