Kein Bier auf den Sportplätzen

Kein Bier auf den Sportplätzen

Bier am Sportplatz – vorläufig untersagt! Foto: adobestock

Paul Kuhn sang einst: „Es gibt kein Bier auf Hawaii“ – jetzt könnte er dasselbe über die hiesigen Sportanlagen trällern.

Die neue Niedersächsische Ordnung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus (die alle zwei Wochen aktualisiert wird) sieht vor, dass „erkennbar alkoholisierten oder auf andere Weise berauschten Personen der Zutritt zur Sportstätte verwehrt wird und während der Sportveranstaltung Alkohol weder angeboten noch konsumiert“ werden darf. Kurz nachdem diese Meldung veröffentlicht wurde, klingelte bereits das Telefon bei uns in der Sportredaktion: Diverse Vereinsvorstände echauffierten sich über das Alkohol-Verbot.

Ihren Unmut kann ich absolut nachvollziehen, da der Bierausschank den gastgebenden Klubs schließlich einen nicht unerheblichen Obolus in die Vereinskassen spült. Die Vereine haben durch den coronabedingten Saisonabbruch ohnehin einen immensen Verlust an Einnahmen, durch diese neue Regelung wird ihnen eine zusätzliche Bürde auferlegt.

Für die Geselligkeit, die in diesen Tagen sowieso zu kurz kommt, könnte ein gemeinsames Bier auf dem Sportplatz, unter Einhaltung des Mindestabstandes, zumindest ein bisschen Normalität in den Alltag zurückbringen. Wo hingegen der Unterschied vom Verkauf einer koffeinhaltigen Brause oder einem kühlen Blonden liegt, erschließt sich mir nicht. Normalerweise ist ein Fußballspiel ja auch kein Besäufnis.

Des Weiteren heißt es, Gästetickets dürfen weder verkauft noch auf andere Weise vergeben werden. Diese undurchsichtige Formulierung folgt ganz dem Beispiel der Coronaverordnungen der Fußball-Bundesligisten. Nun sollen also auch die Amateurvereine den Gästefans den Zutritt verweigern? Das ist in dieser Form absolut nicht umsetzbar! Tickets werden im Amateurbereich nicht im Vorfeld vergeben, Gästefans tragen hier meist weder Trikot noch Schal.

Und noch eine Änderung im Verordnungs-Wirrwarr: Alle Zuschauer dürfen dem Geschehen nur noch sitzend beiwohnen. Bedeutet, dass aus der Empfehlung, eine eigene Sitzgelegenheit mitzubringen, jetzt eine Pflicht wurde.

Sitzpflicht und Alkoholverbot – das gilt seit Jahren schon in der englischen Premier-League, jetzt auch in Hassel oder Steinbrink. Bitte nicht als Dauerzustand!