Kein Bock mehr auf Frost-Fußball

Er hat es wieder getan, dieser olle Haderlump. Hat sich eine feuchen Kehricht darum geschert, was geschrieben steht und was die Fußballfunktonäre vorgegeben haben. Der Winter, dieser unkooperative Gevatter, hat sich einmal mehr einen Jux mit dem Spielplan der Kicker gemacht und ihm laut ins Gesicht gelacht: „Mir doch egal!“ Nun kann man den Winter leider nicht in Regress oder sonst irgendwie in die Verantwortung nehmen. Unbestritten ist aber, dass er auch in den vergangenen Monaten wieder mal mit kaltem Griff zupackte und etliche Spiele ausfallen ließ, damit den Spielplan phasenweise kräftig durcheinanderwirbelte und nun im Frühjahr für dermaßen viele englische Wochen sorgte, dass selbst Hardcore-Fans in Apotheken mit Rezepten gegen Fußball-Übersättigung vorstellig wurden.

33 Spiele mussten in der laufenden Bezirksliga-Serie neu angesetzt werden, trotz einer Winterpause vom 7. Dezember bis zum 25. Februar. Da pro Spieltag acht Spiele stattfinden, mussten in der Summe also quasi vier Spieltage neu angesetzt werden – an Ostern und immer wieder unter der Woche. In erster Linie im März und April, meist abends um 19.30 Uhr, gerne bei windigen sechs Grad und Graupelschauern. Kann das bitte ein Ende haben?

Kann es. Wird es sogar. Die Diskussion, die Roland Korte, der Spielausschussobmann des Nienburger Fußball-Kreises, angeschoben hat, hat offene Gehörgänge gefunden. Sein Vorschlag: englische Wochen in den warmen Monaten. Bei Tageslicht und mit Glück zweistelligen Temperaturen, folglich mit größerem Zuschauerbesuch auf den Plätzen samt höherem Umsatz. Schöner Nebeneffekt: Die Winterpause lässt sich ausdehnen.

Meine Gebete scheinen erhört worden zu sein: Der neue Rahmenspielplan weist nun mehr „Sommerspiele“ und eine längere Winterpause auf. Die Kreisliga startet bereits Ende Juli, es folgt zeitnah eine englische Woche, die Winterpause beginnt am 21. November und endet am 4. März. Gevatter Winter, das ist doch ein Kompromiss, oder?