Das in Linsburg gerissene Rehkitz. Foto: Badstübner

Das in Linsburg gerissene Rehkitz. Foto: Badstübner

Linsburg 11.05.2020 Von Die Harke

„Kein Kavaliersdelikt“

Hegering VI bezieht Stellung zu Rehkitz-Riss / Leinenzwang gilt noch bis 15. Juli

Die Jägerschaft wünscht sich von Hundehaltern mehr Rücksicht und Respekt, weist aber vor allem auf den noch bis 15. Juli geltenden Leinenzwang hin. Der Obmann für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Hegering VI der Jägerschaft Nienburg/Weser, Sebastian Badstübner, bezieht damit Stellung zu einem Vorfall vergangener Woche in Linsburg. Wie berichtet, hatte dort ein wildernder Hund ein Rehkitz gerissen.

Badstübner schreibt: „Im Frühling wird unsere Landschaft für die meisten Wildtiere zur Kinderstube. Einige Tierarten haben bereits Nachwuchs, bei anderen Arten sind die weiblichen Tiere hochtragend. In diesem Zustand sind sie in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt. Auch die am Boden brütenden Vogelarten beginnen jetzt ihr Brutgeschäft. Für einige dieser Tiere ist das Verstecken der einzige Schutz vor Fressfeinden. Rehkitze drücken sich nun in das Feld oder die Wiese und Bodenbrüter machen sich ganz klein in ihrem Nest und warten, bis die vermeintliche Gefahr vorüber ist. Aufgrund der Kultivierung unserer Landschaft existieren Rückzugsmöglichkeiten jedoch nur noch stark eingeschränkt und es gilt nun Rücksicht zu nehmen.“

Seit dem 1. April und noch bis 15. Juli herrscht daher für Hunde Leinenzwang. Dieser Regel zum Trotz seien oftmals Hundehalter mit freilaufenden Vierbeinern unterwegs, auch ließen sie diese abseits von Wegen querfeldein in der Natur laufen – wie jüngst in Linsburg.

„Dass es sich hierbei um kein Kavaliersdelikt handelt, sollte allen Tier- und Naturliebenden einleuchten“, schreibt Badstübner. „Da die Besitzerin des wildernden Hundes kein Einsehen zeigte, obwohl der Hund bereits in der Vergangenheit ein Reh schwer verletzte, wurde nunmehr Anzeige erstattet.“

Badstübner geht davon aus, dass oftmals keine böse Absicht, sondern schlicht Unkenntnis ursächlich für das sorglose Fehlverhalten der Tierbesitzer sei. „In meiner Funktion und selbst mit meinem vierbeinigen Freund unterwegs, möchte ich den zuvor geschilderten Vorfall nutzen und eindringlichst darum bitten, Wege nicht zu verlassen und den Leinenzwang sowie Befahrungsverbote für Fahrzeuge zu beachten. Zudem möchte ich darum bitten, die Natur in ihrer Schönheit und Vielfalt zu genießen, sie zu respektieren und durch zurückhaltendes Verhalten zu schützen“, schreibt Badstübner abschließend.

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Erstellt:
11. Mai 2020, 15:47 Uhr
Lesedauer:
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