Kein richtig und kein falsch

Kein richtig und kein falsch

Schon ab der kommenden Woche können sich alle Über-70-Jährigen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca impfen lassen. Foto: JWK

Schade, dass ich noch nicht über 70 bin. 18 Jahre fehlen mir, sonst hätte ich das Impfangebot des Landkreises Nienburg annehmen können: Schon ab der kommenden Woche können sich alle Über-70-Jährigen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca impfen lassen – so sie es denn wollen.

Dies soll an fünf Standorten im Landkreis geschehen. Die Terminvergabe läuft über die jeweilige Wohnortgemeinde.

Gewiss mag es einigen etwas unwohl bei der Vorstellung sein, ausgerechnet den Wirkstoff von Astrazeneka gespritzt zu bekommen. Nach dem Auftreten von tödlichen Hirnvenen-Thrombosen war ein politisches Hickhack um die Zulassung des Impfstoffs entstanden: Erst sollte das Vakzin nur an Unter-60-Jährige verimpft werden, dann gar nicht, nun ist es nur für Über-60-Jährige empfohlen.

Zur Einordnung: In Großbritannien sind bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca insgesamt rund 30 Fälle von Blutgerinnseln gemeldet worden, wie die staatliche britische Arzneimittelbehörde MHRA vergangene Woche mitteilte. Allerdings sind in Deutschland bis Anfang vergangener Woche bei lediglich 3 Millionen Impfungen schon 31 Verdachtsfälle von Hirnvenen-Thrombosen aufgetreten. Das sind mit Blick auf Großbritannien vergleichsweise viele.

Die Entscheidung, ob man sich mit Astrazeneka impfen lassen möchte, muss jeder(r) individuell treffen. Da gibt es kein richtig und kein falsch.

Ich persönlich würde den Wirkstoff auf jeden Fall wählen, da ich den Behörden vertraue, die ihn für sicher erklärt haben.