Aus religiösen Motiven wollen Eltern eines herzkranken Kindes in Italien keine Blutspende eines gegen Corona Geimpften zulassen. (Symbolbild). Foto: Alastair Grant/AP/dpa

Aus religiösen Motiven wollen Eltern eines herzkranken Kindes in Italien keine Blutspende eines gegen Corona Geimpften zulassen. (Symbolbild). Foto: Alastair Grant/AP/dpa

Rom 10.02.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Keine Blutspende von Geimpften für Sohn: Sorgerecht entzogen

Im Streit um eine Bluttransfusion während einer notwendigen Herz-OP für ein Kind hat ein Jugendgericht in Italien den Eltern einstweilig das Sorgerecht entzogen.

Zuvor wollten sie dem Eingriff nicht zustimmen, wenn ihnen die Klinik in Bologna nicht zusichere, dass ihr zweijähriger Sohn im Falle einer Transfusion das Blut von einem Corona-Ungeimpften erhalte. Als Vormund wurde der zuständige Sozialdienst eingesetzt, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtete. Der Eingriff könnte damit in den kommenden Tagen oder Wochen in die Wege geleitet werden.

Religiöse Motive

Die Eltern begründeten ihre Entscheidung ihrem Anwalt zufolge mit religiösen Motiven. Bereits am Dienstag entschied ein Gericht in Modena zugunsten der Klinik und bestätigte die Notwendigkeit der Operation für den Jungen sowie die Sicherheit des Blutes der Klinik. Der Fall sorgte landesweit für Aufsehen. Der Streit läuft seit Anfang Februar. Die Eltern legten der Klinik zu Beginn laut Medienberichten eine Liste mit rund 40 freiwilligen Blutspendern vor, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind.

© dpa-infocom, dpa:220210-99-68295/2

Zum Artikel

Erstellt:
10. Februar 2022, 17:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 26sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.