Eine Blaumeise am Futterhaus, Foto: NABU / Ralf Huber

Eine Blaumeise am Futterhaus, Foto: NABU / Ralf Huber

Landkreis 13.12.2020 Von Die Harke

Keine „Massenfutterplätze“ einrichten

NABU Nienburg appelliert: Futterhäuser für Vögel regelmäßig reinigen

Zu einer „Winterfütterung mit Sachverstand“ ruft der NABU auf: „Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, erläuterte Jens Rösler vom NABU Nienburg, „wir sehen, dass sich Futterhäuschen & Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen“.

Aber: Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers keine „Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen, insbesondere mit der gefürchteten Salmonellose, werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze seien geeigneter: Für alle Meisenarten und Sperlinge eignen sich so genannte Futtertrichter und Silos am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist. Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien und das täglich“, so Rösler weiter.

Bei der Auswahl des Futters sollte darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und beispielsweise keine ranzigen Fette verwendet werden. Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird. Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind.

Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen. „Achten Sie beim Kauf von Meisenknödeln und ähnlichen Produkten bitte auch darauf, dass diese nicht, wie leider noch häufig üblich, in Plastiknetzen eingewickelt sind“, ergänzt der Nienburger NABU Vorsitzende. „Man kann auch selbst Rindertalg mit Sonnenblumenkernen in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden“, empfiehlt der Naturschützer.

„Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann ebenfalls im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Winterfütterung sollte jedoch vor allem als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. „Denn bei entsprechender Anlage und Pflege ist der Garten eine große Futterquelle“, erläutert Rösler. Ein einfaches, einleuchtendes Beispiel seien etwa die Halme von Stauden und Gräsern, die im Herbst und Winter ein bizarres Bild bieten, wenn sie abgestorben sind: Viele von ihnen sind markhaltig oder hohl, und in ihnen überwintern verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Diese Tiere können von Singvögeln leicht aufgespürt werden.

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Erstellt:
13. Dezember 2020, 16:33 Uhr
Lesedauer:
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