Sebastian Stüben DH

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Landkreis 27.11.2018 Von Sebastian Stüben

Keine absolute Gerechtigkeit

Guten Tag

Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, ist das vorherrschende beim Ausbau des schnellen Internets im Landkreis. Die einen fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie zu den 1000 Adressen mit langsamem Internet gehören, die nicht ausgebaut werden. Andere fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie einen Eigenanteil an den Anschlusskosten für die Glasfaserleitung zahlen müssen.

Wieder andere fühlen sich ungerecht behandelt, weil sie einen Vertrag mit der Ausbau-Firma „Northern Access“ abschließen müssen, der im zweiten Jahr für Internet- und Telefon-Flatrate etwa 60 Euro kostet. Und dann gibt es diejenigen, die sich ungerecht behandelt fühlen, weil ein Hof in der Wallachei für Abertausende Euro einen Gigabit-Anschluss bekommt, während sie sich selbst in der Stadt mit 50 Mbit begnügen müssen – obwohl ein Glasfaser-Anschluss im dicht besiedelten Gebiet pro Abnehmer einen Bruchteil der Summe kosten würde.

All die Gefühle sind verständlich, denn jeder muss mit Nachteilen leben, die er lieber nicht hätte. „Aber das hilft niemandem“, sagt Kreis-Dezernent Lutz Hoffmann: „Den Breitbandausbau können wir nur gemeinsam schaffen. Wenn jeder fragt, was er selbst beisteuern kann, auch wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Absolute Gerechtigkeit wird es in dem Prozess nicht geben.“

In der Großstadt sei das alles besser? Ja, dort gibt es günstig schnelles Internet. Aber dafür kosten Immobilien ein Vielfaches im Vergleich zum Land. Die höheren Preise beinhalten eben bessere Infrastruktur. Mit der sauberen Luft, der weiten Landschaft und der schönen Natur schlägt der Gerechtigkeitszeiger am Ende aber doch deutlich zugunsten des Landlebens aus, oder?!

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Erstellt:
27. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

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