Landkreis 09.03.2017 Von Die Harke

Keul fordert Verzicht auf fossile Brennstoffe

Reaktion der Grünen-Bundestagsabgeordneten auf Unsachlichkeits-Vorwurf von CDU-Mann Knoerig

Nachdem der [DATENBANK=422]Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig (CDU)[/DATENBANK] den Grünen eine unsachliche Debatte zum neuen Erdgasförderungsgesetz vorgeworfen hat, weist die heimische [DATENBANK=195]Bundestagsabgeordnete Katja Keul (Grüne)[/DATENBANK] diese Kritik per Pressemitteilung zurück. Um die beim Klimagipfel in Paris vorgegebenen Ziele zur Begrenzung der Erderwärmung einzuhalten, müssten mindestens zwei Drittel der noch vorhandenen fossilen Energiereserven in der Erde bleiben, sagt Keul. Im vergangenen Jahr seien alle Negativszenarien der Forscher bereits um ein vielfaches übertroffen worden, teilt Keul mit: „Sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis schmilzt Eis in einem Ausmaß, wie es bis vor kurzem niemand für möglich gehalten hätte“, sagt die Grünen-Abgeordnete: „Bereits 2014 haben Messungen des Alfred-Wegener-Institutes ergeben, dass die Eisschilde in Grönland und der Antarktis inzwischen zusammen rund 500 Kubikkilometer Volumen pro Jahr verlören – fast 500 Milliarden Tonnen.“

Daher sei der Meeresspiegel um mehrere Millimeter pro Jahr in den vergangenen Jahren gestiegen. „Der Weltklimarat warnt vor einem Anstieg des Meeresspiegels um 82 Zentimeter bis zum Jahr 2100“, sagt Keul. Andere Studien gehen nach den Worten der Abgeordneten bis dahin von 1,5 Metern aus. „Und das in einem Zeitraum, den bereits unsere eigenen Kinder noch erleben werden,“ sagt Keul.

Nicht umsonst hätten sich die Staaten beim Klimagipfel in Paris verpflichtet, den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, sagt die Parlamentarierin: „Wer glaubt, er müsse auch aus dem niedersächsischen Boden noch den letzten Rest an Öl und Gas fördern bis zum bitteren Ende, der verspielt die Chance, die Vertragsziele von Paris jemals einhalten zu können.“

Weder die Anzahl der notwendigen Fracks noch die Anzahl der Arbeitsplätze könne daran etwas ändern, sagt Keul: „Der volkswirtschaftliche Nutzen dieser Technologie ist im Verhältnis zu den Folgekosten, die uns über kurz oder lang entstehen ein Tropfen auf den heißen Stein – von den ehrhöhten Krebsraten in den betroffenen Kommunen ganz zu schweigen. Wir haben gar keine andere Wahl als so schnell wie irgend möglich den Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter zu organisieren“

Zu viele Schlupflöcher für Fracking

Auch die Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, kritisiert Knoerig: „Die Vorwürfe von Herrn Knoerig sind unverschämt. Wir Grüne setzen uns im Bundestag seit Jahren für ein vollständiges Verbot von Fracking und strengere Umweltauflagen für die Erdgas- und Erdölindustrie ein. Das Gesetzespaket der Bundesregierung haben wir scharf kritisiert und dagegen gestimmt, weil es zu viele Schlupflöcher für Fracking lässt. Bereits zuvor haben wir ein eigenes Fracking-Verbotsgesetz in den Bundestag eingebracht. Herr Knoerig hat bei der namentlichen Abstimmung im April 2016 unseren grünen Gesetzentwurf für ein Frackingverbot abgelehnt. Dass er jetzt so tut, als ob wir Grüne das Gesetzespaket der Bundesregierung erst im Nachhinein kritisieren, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe nichts gegen harte Auseinandersetzungen in der Sache. Aber ich kann nicht akzeptieren, wenn ein Politiker, der genau weiß, wie die Debatten im Bundestag waren, sich so verfälschend äußert wie Herr Knoerig. Das schadet unserer politischen Kultur.“

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Erstellt:
9. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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