Kinder müssen draußen bleiben

Kinder müssen draußen bleiben

Der Kindergarten „Wundertüte“ in Windhorst hat gestern nicht für alle Kinder geöffnet. Foto: Harke-Archiv

Seit gestern können die Kindertagesstätten für alle Kinder in Szenario B öffnen. Doch die Leitung des privaten Kindergartens „Wundertüte“ in Windhorst hat sich dagegen entschieden. Claudia Winkelmann und Anja Laforce teilen dazu mit: „Am 23. Februar führten die Infektionszahlen und die Sorge um die Mutation dazu, dass Kultusminister Tonne alle Kindertagesstätten im Szenario C (Notbetreuung) belassen hat. Gleichzeitig wurden den Erzieherinnen baldmögliche Impfungen in Aussicht gestellt und den Einrichtungen eine Teststrategie.

Zehn Tage später führen steigende Inzidenzen, häufige nachgewiesene Infektionen mit der Mutation B 1.1.7 und ein steigender R-Wert dazu, dass die Kitas im Grundsatz geöffnet werden, ohne Impfungen und ohne Teststrategie.

Unseres Erachtens ist dies eine unverantwortliche Umgehensweise mit den Kindern, den Familien und dem betroffenen Personal und so für uns als Betroffene überhaupt nicht nachzuvollziehen. Wir haben erwartet, dass die Politik die Öffnung an vollzogene Impfung und täglich organisierte Testung knüpft – also später.“

Aufgrund dieser „unverständlichen Widersprüche“, habe das Team der Wundertüte entschieden, im Szenario C zu bleiben: „Uns ist bewusst, dass wir mit dieser Entscheidung vordringlich die Eltern treffen, denen wir die langersehnte tägliche und auch notwendige Betreuung ihrer Kinder vorenthalten, allerdings ist dies eine unausweichliche Reaktion auf die Politik des Kultusministeriums.

Wir sind erschrocken und wütend über die Entscheidungen der Politik, die nichts mit der Eindämmung der Pandemie, geschweige denn mit Gesundheitsschutz für uns alle, Kinder, Familien und Kolleginnen, zu tun haben.

Wir wünschen uns, mit allen Familien und Kindern wieder arbeiten zu können. Dafür brauchen wir Sicherheitskonzepte, also Impfungen und Tests, um nicht sehenden Auges in die nächste coronabedingte Schließung zu geraten. Ist dies gewährleistet, werden auch wir sagen: ,Hereinspaziert!’

Wir haben unsere Entscheidung dem Gesundheitsamt Nienburg, der Samtgemeinde Hoya, dem Landesgesundheitsamt und dem Landrat mitgeteilt.“