Rebecca Göllner Die Harke

Rebecca Göllner Die Harke

17.03.2015 Von Rebecca Göllner

Kinder nicht überhöhen

Das eigene Kind ist immer das beste. So ist das nun mal – und das ist auch völlig normal. Eltern lieben ihren Sprössling bedingungslos und springen für ihn in die Bresche, wenn es sein muss. Auch das ist normal. Wenn man sich für Nachwuchs entscheidet, dann entscheidet man sich auch für ein mindestens 18-jähriges Pflichtbewusstsein. Doch bei der Erziehung gibt es Tücken. So hat gerade eine niederländische Studie zum Beispiel herausgefunden, dass Eltern, die ihr Kind zu sehr „verhätscheln“, möglicherweise zu Narzissten heranziehen. Die Hypothese des niederländisch-amerikanischen Forscherteams: Wenn Eltern ihr Kind auf ein Podest heben, dann glaubt es irgendwann selbst, dass es mehr wert sei als andere. Und das sei zum einen für das Kind selbst nicht gut und zum anderen für die Gesellschaft nicht erstrebenswert. Die Psychologen und Erziehungswissenschaftler von der Universität Amsterdam befragten 565 niederländische Kinder zwischen sieben und elf Jahren sowie deren Eltern viermal in zwei Jahren. Heranwachsende, deren Eltern angaben, ihr Nachwuchs sei „besonderer als andere Kinder“ oder „verdiene im Leben etwas Außergewöhnliches“, waren später narzisstischer. In der Studie heißt es dazu, dass sie später weniger Einfühlungsvermögen besäßen und überempfindlich auf Kritik reagierten. Wichtig sei es deshalb letztlich, emotionale Wärme zu spenden und nicht Narzissmus mit einem gesunden Selbstwertgefühl zu verwechseln.

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Erstellt:
17. März 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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