Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

26.10.2015 Von Stefan Reckleben

Kinder stranden

Für heute Morgen sind weitere etwa hundert Flüchtlinge angekündigt worden. In der Nacht zum Samstag kamen in der Kreis-Nienburger Aufnahmestelle 108 Menschen an. Wer von denen bereits staatlich registriert ist, dazu hat der Landkreis keine Erkenntnisse. Die staatliche Registrierung hat sich das Land Niedersachsen vorbehalten. Im Landkreis ankommenden Flüchtlinge registriert der Kreis nur für seine Betreuungsleistung.

Von den Ankömmlingen am Freitag sind viele wieder weg. „Wir haben einen erheblichen Abgang“, erklärte gestern Kreis-Sozialdezernent Thomas Klein. „Sie gehen auf Reisen dorthin, wo sie meinen, schneller registriert zu werden und besser aufgehoben zu sein.“

Zu den wirklich Gestrandeten gehören Minderjährige ohne Begleitung. Der Kreis zählt bereits über 40 Kinder und Jugendliche, die von den kreisangehörigen Kommunen in Betreuungseinrichtungen gegeben wurden. Am Freitag waren drei junge Menschen dabei. Sie haben die Verbindung zu Mutter oder Vater oder beiden irgendwo auf ihrer Fluchtroute von Griechenland über den Balkan verloren. Jetzt ist Familienzusammenführung gefordert.

Flüchtlinge sind unterwegs wie im Urwald ohne Kompass, sagt Langendamms Dolmetscher Karim Iraki. Sein Kollege, der kurdische Syrer Rasho Alo, nahm einen jungen Mann nachts mit nach Hause, der am Nienburger Bahnhof gestrandet war. Am nächsten Tag kaufte der Nienburger dem Flüchtling ein Ticket, gab ihm Geld und entließ ihn auf seine ungewisse Reise.

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Erstellt:
26. Oktober 2015, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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