Für die „Konfer-Zeit“ nach dem „Hoyaer Model“, die jetzt in den Kirchengemeinden des alten Loccumer Stiftsbezirks anlaufen soll, gibt es von der Landeskirche auch Materialien. Pastor Sönke von Stemm zeigt Tasche und Block, die die Kinder bekommen. Foto: Reckleben-Meyer

Für die „Konfer-Zeit“ nach dem „Hoyaer Model“, die jetzt in den Kirchengemeinden des alten Loccumer Stiftsbezirks anlaufen soll, gibt es von der Landeskirche auch Materialien. Pastor Sönke von Stemm zeigt Tasche und Block, die die Kinder bekommen. Foto: Reckleben-Meyer

Südkreis 25.04.2021 Von Heidi Reckleben-Meyer

Kinder und Jugendliche stärken

Kirchengemeinden Loccum, Wiedensahl und Münchehagen: „Konfer-Zeit“ ab 4. Klasse

„Wir haben ein neues Projekt. Wir starten jetzt, einen Termin haben wir allerdings noch nicht“, sagt Pastor Sönke von Stemm und muss selbst darüber lachen. Ursprünglich war geplant, am Sonntag loszulegen, aber diese Hoffnung hat sich mittlerweile zerschlagen.

Derzeit ist so vieles wegen der Corona-Auflagen ungewiss. Die Kirchengemeinden, die zum alten Loccumer Stiftsbezirk gehören – das sind Loccum, Münchehagen und Wiedensahl – wollen die Konfirmandenzeit ausbauen. Bisher sind das zwei Jahre, anschließend könnten es vier Jahre sein.

Und dieses Angebot, das für den Stiftsbezirk neu ist, wurde einst im hiesigen Landkreis erfunden, es heißt das „Hoyaer Modell“. Das ist ein Vorkonfirmandenunterricht, der in Kleingruppen stattfindet (in Corona-Zeiten in den Kohorten, die auch in der Grundschule zusammen sind), und von den Eltern übernommen wird.

Geplant sind acht Treffen im Jahr, bevor es dann nach zwei Jahren in die Hauptkonfirmandenzeit geht. Neben den acht Terminen pro Jahr soll es Projekte, eine große gemeinsame Aktion (wenn möglich), und vielleicht ein Tauffest geben, bei dem sich auch „Konfis“ taufen lassen können.

Der Wunsch, beim Konfirmandenunterricht mitzumachen, sei von Grundschulkindern, die auch den Kindergottesdienst besuchen, wie auch von Eltern immer mal wieder an die Verantwortlichen herangetragen worden. Diesem Wunsch wollen die Kirchengemeinden des alten Loccumer Stiftsbezirk jetzt folgen. Und in Loccum hat das Projekt auch schon begonnen.

Die Kirchengemeinden sind in der komfortablen Situation, dass diejenigen, die konfirmiert sind, alle als „Teamer“ mit an Bord geblieben sind, sodass die Jugendlichen dann schon Bereiche im Konfirmandenunterricht und anderen Bereichen mit übernehmen können. „Teamer“ ist man jedoch nicht einfach so. Dafür müssen unterschiedliche Kurse absolviert werden. Nach der „Teenie-Teamer“-Zeit geht es dann für die Jugendlichen nach Uchte, um dort die Jugendleiter-Card (JuLeiCa) zu erwerben; und auch die gilt es, regelmäßig aufzufrischen.

Die Kirchengemeinden wollen den Mädchen und Jungen mit dem „Hoyaer Modell“ ein Angebot zwischen dem Kindergottesdienst und der eigentlichen Konfirmandenzeit machen. Es gehe beim „Konfer“, wie der Konfirmandenunterricht in Münchehagen genannt wird (in anderen Orten heißt er auch „Packer“ oder „Konfus“), eben nicht darum, den Kindern und Jugendlichen „etwas vorzukauen“, so Pastor von Stemm. „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen stark machen.“ Und dabei erfährt man auch ganz praktische Sachen, wie zum Beispiel die Frage, wen man anruft, wenn jemand gestorben ist.

Bei den Jüngeren geht in erster Linie ums Entdecken, darum etwas zu erforschen. „Das kennen wir schon von den Bibel-Entdeckern“, schildert von Stemm, „wenn die Mädchen und Jungen sich dann die Kirche anschauen, kriechen die neugierig überall rein und schauen überall hin“.

Bei den Jugendlichen stünden eher Entscheidungen im Fokus. Es gebe für den „Konfer“ kein Programm, was man Stück für Stück durchgehe und abarbeite. „Die Themen, die anstehen, beschäftigen einen ein Leben lang“, ist Münchehagens Pastor überzeugt: Wie tröste ich? Kann ich das überhaupt leisten? Für wen kann ich auf welche Weise da sein? Und letztlich gehe es auch darum, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie sich gegenseitig unterstützen und aufbauen und einschreiten, wenn jemand anders mobbt.

Diese Konfirmandenvorbereitung beginnt künftig in der vierten Klasse und geht bis zur achten Klasse. Die Begleitung übernehmen die Eltern, unterstützt von den „Teamern“. Vorbereitet wird alles, was die Eltern benötigen, von der jeweiligen Pastorin und dem jeweiligen Pastor. Es geht darum, Gott zu entdecken, zu spielen, zu singen, zu basteln, zuzuhören, zu reden und mit- und voneinander zu lernen.

Weil den Viertklässlern in diesem Jahr erstmals das Angebot gemacht wird, beim „Konfer“ dabei zu sein, sollen auch die Fünftklässler eingeladen werden, weil die sonst erst wieder in der sechsen Klasse vom bisherigen Modell berücksichtigt würden.

Wann in Münchehagen die Konfirmandenvorbereitung starten kann, ist noch nicht klar, „auf jeden Fall vor den Sommerferien“, sagt Pastor von Stemm.

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Erstellt:
25. April 2021, 13:12 Uhr
Lesedauer:
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