09.12.2012

Kinderbilder für Syrien

50 kleine Kunstwerke ab Sonnabend im Nienburger Kulturwerk

Nienburg (DH). Kinderbilder erobern für einen Tag das Nienburger Kulturwerk: Die rund 50 Ausstellungsstücke sind am Sonnabend, dem 15. Dezember, von 10.30 bis 15 Uhr in den Räumlichkeiten an der Mindener Landstraße zu sehen und können gekauft werden. Die Erlöse kommen einem Hilfsprojekt im vom Bürgerkrieg erschütterten Syrien zu.

Den Impuls für die Aktion der Kindertagesstätte St. Martin gab eine Praktikantin. Diese hatte zu ihrem Abschied aus der Krippengruppe „Die Bienen“ ein großes Bild mit den Mädchen und Jungen gemalt, das seitdem die Wand schmückt.

Kurze Zeit später fragte eine Großmutter, die das Werk wunderschön fand, ob es vielleicht zu kaufen sei – war es natürlich nicht.

Die Idee nahmen die drei Erzieherinnen dennoch auf. „Wir dachten: Wenn das so gut ankommt, dann kann daraus vielleicht etwas Schönes entstehen“, erzählt Chantal Hellweg van Klaveren. Dennoch schwang die Unsicherheit mit, ob sich das Projekt „Kinder malen für Kinder“ tatsächlich umsetzen lässt. „Es hätte ja auch sein können, dass wir auf den Kosten sitzen bleiben“, verrät Klaudia Swoboda, welche die ersten Keilrahmen aus eigener Tasche finanzierte. Zu Weihnachten wollte sie ohnehin etwas spenden, von daher ging sie kein Risiko ein. Auch eine Mutter beteiligte sich an den Kosten für das Material.

Mittlerweile sieht es allerdings danach aus, dass durch die erhofften Erlöse durch den Verkauf der Bilder eine größere Spende zusammenkommen könnte. Die ersten Eltern zeigten schon großes Interesse an den Werken ihres Nachwuchses.

Die Kinder im Alter von einem bis fast drei Jahren gingen vier Wochen lang jedenfalls mit Feuereifer an die Arbeit. „Es herrscht kein Zwang. Manche haben fast bei jedem Bild mitgemacht, andere hielten sich zurück“, erzählt Erzieherin Hellweg van Klaveren. Ihre Kollegin Swoboda ergänzt: „Bei den Älteren habe ich auch das Gefühl, dass sie verstehen, dass wir damit etwas Gutes unterstützen.“ Zusammen mit der Spende sollen Fotos von der Mal-Aktion der Kinder aus Nienburg auf die Reise nach Syrien gehen.

Bei der Gestaltung der Keilrahmen gab es keine Grenzen: Es wurde nicht etwa nur mit Pinsel gemalt, sondern beispielsweise ebenso mit Gabeln oder Tannenzweigen. Statt Tusche kam auch mal Kleister auf die Leinwand. Dabei änderte sich teilweise das Outfit der jungen Künstler, die es sich nicht nehmen ließen, in Unterhose oder Windel am Tisch oder auf dem Boden ihre Werke zu gestalten. Kinder malen für Kinder – und hoffen jetzt auf Käufer im Kulturwerk.

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Erstellt:
9. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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