Kindergrundsicherung für alle?: Wolfgang Kopf und Peter Schmithüsen. BI Grundeinkommen

Kindergrundsicherung für alle?: Wolfgang Kopf und Peter Schmithüsen. BI Grundeinkommen

Nienburg 05.08.2017 Von Die Harke

„Kindergrundsicherung für alle – Warum eigentlich nicht?“

Bürgerinitiative Grundeinkommen lädt zu Podiumsveranstaltung ein

Für Donnerstag, 10. August, lädt die Bürgerinitiative (BI) Grundeinkommen um 19.30 Uhr zu einer öffentlichen Podiumsveranstaltung ins Nienburger „Weserschlößchen“ ein. Anlässlich der Bundestagswahl am 24. September werden ParteienvertreterInnen, die die Einführung befürworten, zum Thema sprechen: „Kindergrundsicherung für alle – Warum eigentlich nicht?“ Zugesagt haben [DATENBANK=195]MdB Katja Keul (Grüne)[/DATENBANK], Martina Broschei (Piraten), [DATENBANK=5928]Axel Nürge (Linke)[/DATENBANK] und Ulrich Kapp (Grundeinkommenspartei). Es wird ein BI-Eingangsstatement zur Kindergrundsicherung als einem ersten Schritt zur Einführung des Existenz und Teilhabe sichernden Grundeinkommens für alle (BGE) geben. Nach den Parteibeiträgen wird diskutiert.

Der durch seine Vorträge auch in Nienburg bekannte Sozialethikprofessor Dr. Franz Segbers bezeichnete auf dem Kirchentag in Stuttgart 2016 die bestehenden Kinderregelsätze als Skandal. „Besserverdienende bekommen netto über 277 Euro an Kinderförderung, das Kindergeld für Normalverdiener beträgt 190 Euro, Kinder aus Hartz-IV-Familien gehen bei jeder Regelsatzerhöhung leer aus, da diese auf deren Regelsätze angerechnet wird. Unsere Kindergeldförderung steht auf dem Kopf“, so Segbers damals. Und weiter: „Deshalb brauchen wir eine gleich hohe, existenzsichernde Geldleistung für alle Kinder und Jugendlichen – nicht als Almosen, sondern als Menschenrecht.“

Nach Auskunft von [DATENBANK=3069]Wolfgang Kopf[/DATENBANK] von der Bürgerinitiative Grundeinkommen ist daraus ist eine bundesweite Initiative von über 40 Verbänden aus Wohlfahrtspflege und Gewerkschaften unter dem Motto entstanden: „Wir wollen eine Gesellschaft, in der jedes Kind gleich viel wert ist“.

Die Grundeinkommesbewegung befindet sich nicht nur bei der Forderung nach Einführung der Kindergrundsicherung im Aufwind. Darüber referierten die BI-Mitglieder Wolfgang Kopf und Peter Schmithüsen kürzlich in der Mitgliederversammlung.

Peter Schmithüsen berichtete – durchaus kritisch – über das Grundeinkommensexperiment mit 2000 Arbeitslosen in Finnland, Wolfgang Kopf stellte die neue Studie des Hamburger Ökonomieprofessors Thomas Straubhaar vor: „Radikal gerecht – das Grundeinkommen“.

Laut Wolfgang Kopf befürworten inzwischen nach einer Repräsentativumfrage des Ipsos-Instituts 52 Prozent der befragten Deutschen die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens, 26 Prozent sind noch unentschieden, nur 22 Prozent dagegen.

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hält die Einführung für verfassungsrechtlich möglich, der Rechtsausschuss des EU-Parlaments fordert angesichts des Verlusts von Arbeitsplätzen durch Robotertechnik alle Mitgliedsstaaten ernsthaft auf, „ein allgemeines Grundeinkommen ernsthaft in Erwägung zu ziehen“, so Bi-Sprecher Wolfgang Kopf abschließend.

Zum Artikel

Erstellt:
5. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.