Arne Hildebrandt DH

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Landkreis 06.09.2019 Von Arne Hildebrandt

Kindern den Spaß verdorben

Guten Tag

Ist es Kinderarbeit, wenn Viertlässler freiwillig Autos aussaugen und bei der Autowäsche helfen, um Geld für eine Klassenfahrt zu bekommen? Wenn sie Spaß haben an einer Aktion, die von ihren Eltern mit Torwandschießen, Getränke- und Bratwurstverkauf unterstützt wird? Ganz klar: nein! Der Rodewalder FDP-Ratsherr Kurt Rotermund (70) sieht das anders. Er torpediert die gut gemeinte Aktion der Firma Hoyer, droht gar mit einer Anzeige. Denn in seinen Augen ist das Kinderarbeit. Rotermund hält die Aktion für „grenzwertig und geschmacklos“. „Die Firma hat Geld genug, jeder Klasse 1.000 Euro zu geben oder neue Tafeln zu kaufen“, sagt er. Man muss wissen: Rotermund vertreibt elektronische Tafeln für 6.800 Euro das Stück und will, dass diese in der Grundschule Rodewald eingebaut werden.

Darum geht es: Firma Hoya veranstaltet morgen am Tank-Treff Rodewald einen Waschtag zugunsten der Grundschule. Der Erlös aller Autowäschen, die zum Sparpreis angeboten werden, geht zu 100 Prozent an die Grundschule Rodewald. Die vierte Klasse wollte die Aktion unterstützen, um das Budget für eine Klassenfahrt zu erhöhen. In Visselhövede hat Hoyer gerade die 19. Autowasch-Aktion zu Gunsten von Schulen veranstaltet. „Alle sind begeistert“, sagt Marketingchef Thomas Hartmann. In der Regel kämen 500 bis 1.000 Euro zusammen.

Die Aktion in Rodewaldläuft trotzdem. Der Erlös geht nach wie vor an die Schule, nur machen die Kinder nicht mehr mit. Die Schule will keinen Ärger haben. Spaßbremse könnte man über Rotermund sagen. Mehr noch: Er verhöhnt die Kinderarbeit in armen Ländern. Im Rat löst sein Verhalten zu Recht nur Kopfschütteln aus.

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Erstellt:
6. September 2019, 13:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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