Arne Hildebrandt DH

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Guten Tag 18.07.2019 Von Arne Hildebrandt

Kino vom Feinsten

Holger Glandorf ist ein sehr emotionaler Mensch. „Ich war sehr niedergeschlagen“, gab er gestern beim Pressetermin im Kinoneubau zu. Glandorf baut seit November vergangenen Jahres ein neues Kino in Nienburg. Sein jetziges, 100 Jahre altes, wird geschlossen.

Weshalb Glandorf niedergeschmettert war? Da baut er eine einmalige, tolle Sache, wie er sagt, aber trotzdem wird er im Internet niedergemacht. „Was kann ich dafür, dass an der Weser eine neue Spundwand gebaut werden muss?“, sagt er. Das ist nur ein Beispiel. Recht hat er. Vieles wird beim Kinoneubau vermischt und falsch gesehen.

Hut ab, Herr Glandorf. Der 50-Jährige steckt Millionen in das Projekt. Als Privatmann. Hinter dem Kinoneubau stecken keine großen Investoren. Es ist ein Mittelständler, ein Ehemann und Vater von zwei kleinen Kindern im Alter von vier und zwölf Jahren. Ganz schön mutig, zumal die Branche im Umbruch ist.

Glandorf ist optimistisch. Muss er auch sein. Und kann er auch sein. Nienburg bekommt ein Kino, das im weiten Umkreis das Modernste sein wird. Mit sieben Sälen wird es ein Filmangebot geben, das hoffentlich für jeden Geschmack etwas bietet.

Beim Kinobesuch geht es heute nicht nur um den Film. Es sei ein Event, weiß Glandorf. Kaum ein Besucher, der nicht auch Speisen und Getränke kauft. Glandorf plant auch Vorlesungen und Treffen von Schauspielern bei Bundesstarts. Oder eben mal einen Sektempfang. Der Film, so sagt er, steht aber im Vordergrund. 40 Lautsprecher im Saal, neuste Vorführtechnik, breite Sitze und Riesenleinwände – der jetzige 100 Jahre alte „Filmpalast“ kann da nicht mithalten.

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Erstellt:
18. Juli 2019, 19:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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