Gespräch im Kinosaal (von links): SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Frank Schmädeke, Hoyas Bürgermeisterin Anne Wasner und die Kinobetreiberinnen Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer. Foto: Büro Völlers

Gespräch im Kinosaal (von links): SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Frank Schmädeke, Hoyas Bürgermeisterin Anne Wasner und die Kinobetreiberinnen Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer. Foto: Büro Völlers

Hoya 07.06.2020 Von Die Harke

Kinobetreiberinnen in den Startlöchern

Filmhof Hoya will Programm wieder starten – doch weder von Bundes- noch von Landespolitik gibt es konkrete Vorgaben

Noch in den vergangenen Tagen hatten Beate Möller-Dumschat und Elke Brümmer gehofft, dass sie am 8. Juni ihr Kino wieder eröffnen können, wenigstens am 9. Juni den einen Film aus der Serie „Kirche & Film“ noch zeigen könnten, bevor das gesamte Programm den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie zum Opfer gefallen wäre.

„Narziss & Goldmund“ sollte in der kommenden Woche die Filmreihe beschließen. Das kleine Kino in Hoya wird dann aber noch geschlossen sein, heißt es in einer Mitteilung der SPD-Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers (SPD) und des CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Frank Schmädeke.

Die Betreiberinnen hätten in den vergangenen Wochen viel versucht, um eine Wiedereröffnung zu erreichen, hatten sich an die entsprechenden Landesministerien gewandt, ein Hygienekonzept erarbeitet, seien aber ohne befriedigende Antworten geblieben. „Das ist vielleicht das Schlimmste daran“, betonte Beate Möller-Dumschat. Man bleibe ohne nachvollziehbare Antworten, warum eine Wiedereröffnung der Kinos nicht möglich sei.

Unterstützung erhofften sich die beiden Frauen von einem Gespräch, an dem neben den Abgeordneten auch Hoyas Bürgermeisterin Anne Wasner teilgenommen haben. Dabei gaben die Kinobetreiberinnen einen Einblick in die Möglichkeiten des traditionsreichen Hoyaer Kinos. Zum Teil mit Flatterband abgesperrt, ermögliche der große Kinosaal, die erforderlichen Abstände einzuhalten und die Anzahl der Plätze so zu reduzieren, dass die Hygiene- und Abstandsregeln gut eingehalten werden können.

Eine Öffnung des Kinos wäre also möglich, denn sogar das Erfassen der personenbezogenen Daten sei, so versicherte Kino-Mitbetreiberin Brümmer, aufgrund des elektronischen Kartenverkaufs ganz unkompliziert möglich. Trotzdem bleiben in Niedersachsen die Kinos weiterhin geschlossen.

Im Vorfeld zu diesem Termin hatten sich beide Abgeordneten in ihren Fraktionen nach Möglichkeiten erkundigt, das Kino zu unterstützen, aber sowohl aus Berlin als auch aus Hannover habe es noch keine positiven Rückmeldungen gegeben. „Ich sage das sehr ungern“, betont Frank Schmädeke, „aber ich kann daran nichts ändern“.

Man habe sich mit der Landesregierung in Niedersachsen auf den Fünf-Punkte-Plan zur Lockerung der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verständigt und bisher gebe der Erfolg dem Weg recht. „Allerdings bleiben nach jeder Stufe der Lockerungen enttäuschte Menschen und Unternehmen zurück, die zu denen gehören, die sich im Augenblick noch gedulden müssen“. Das sei schwer und treffe diese Gruppe auch wirtschaftlich hart.

„Mal abgesehen davon, dass man den Eindruck gewinnen kann, dass sich einige diese Maßnahmen nicht wirklich begründen ließen, wenn man auf die anderen schaut, die bereits aufgehoben worden sind“. Allerdings, so betonte der Landtagsabgeordnete, sei es auch eine besondere Herausforderung, dass jedes Bundesland seinen eigenen Weg gehe und so die Ungerechtigkeit in der Reihenfolge noch durch lokale Ungerechtigkeit erhöht wird.

Das bestätigt seine Bundestagskollegin Marja-Liisa Völlers. „Wir haben in Berlin einen gemeinsamen Weg versucht, aber das ist nicht immer möglich. Die einzelnen Bundesländer sind sehr verschieden in ihren Bedarfen, und natürlich ist auch die Pandemie in den Ländern unterschiedlich stark aufgetreten“. Und Kino sei eben nicht Kino. „Bei uns im ländlichen Raum, wo in der Regel nicht große Kinobetreiber, sondern Inhaber-geführte Betriebsstrukturen vorliegen, haben Kinos noch eine andere Bindung in die Gemeinschaft. Dieser Aspekt sollte nicht vergessen werden“, ergänzte Völlers mit Bedauern.

Nicht nur für die Kinobetreiberinnen, auch für die Abgeordneten sei das eine unbefriedigende Situation, an der gearbeitet werden müsse. „Wir wollen natürlich, dass die Verordnungen auch zu den Betrieben in unserer Heimatregion passen, und dafür setze ich mich in Hannover auch gerne engagiert ein“, sagte Schmädeke zu.

Zum Artikel

Erstellt:
7. Juni 2020, 19:40 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Themen

Karte


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.