Kita-Leiterinnen tauschen sich mit Kultusminister Tonne aus

Kita-Leiterinnen tauschen sich mit Kultusminister Tonne aus

Petra Schlemermeyer (links) und Cornelia Feske vertraten die Kita-Interessen aus dem Kirchenkreis Nienburg bei einem Besuch beim niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne, der noch einige Protestpostkarten persönlich überreicht bekam. Foto: Feske

Im Landkreis Nienburg hat die geplante Novellierung des niedersächsischen Kindertagesstättengesetzes (KiTaG) eine Welle des Protests ausgelöst. Die Kitas des Kirchenkreises Nienburg starteten wie berichtet etwa eine Postkartenaktion unter dem Slogan „Ein Gesetzesentwurf zum Heulen“.

Nun bekamen die beiden Einrichtungsleiterinnen Cornelia Feske (Holtorf) und Petra Schlemermeyer (St. Martin, Nienburg) die Gelegenheit, sich mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) in Hannover auszutauschen. Sie trugen ihre Forderungen vor:

Grant Hendrik Tonne habe in dem Gespräch klargemacht, dass die Erwartungshaltung an die Änderungen des aktuellen Gesetzes aus dem Jahr 1993 groß geworden seien, berichten Cornelia Feske (evangelisch-lutherische Kindertagesstätte Holtorf) und Petra Schlemermeyer (evangelisch-lutherische Kindertagesstätte und Familienzentrum St. Michael in Nienburg).

Diese Erwartungen könnten, wird Grant Hendrik Tonne wiedergegeben, „nicht alle umgehend bedient werden“. Es müsse beim KiTaG, ähnlich des Schulgesetzes eine regelmäßige Anpassung geben. „Das ist seit 1993 verblieben“, betonte der Minister, als Leeser seine Wurzeln im Landkreis Nienburg hat.

Erste Schritte zur personellen Verbesserung in Kindergartengruppen sind aus seiner Sicht denkbar und könnten auf den Weg gebracht werden. „Vergessen werden darf dabei nicht, dass die Fachkräfte zum Beispiel zur Verbesserung des Betreuungsschlüssels zur Verfügung stehen und gegebenenfalls ausgebildet werden müssen“, verwies Grant Hendrik Tonne auf die aktuellen Schwierigkeiten beim Personal.

Wir fühlten sich in dem Gespräch mit dem Minister gehört und ernst genommen.

Cornelia Feske

Weiterhin sei in dem Gespräch nochmals deutlich gemacht worden, dass das KiTaG die Grundlage bildet, schreiben Cornelia Feske und Petra Schlemermeyer. Die Kommunen könnten die personellen und strukturellen Standards für die Einrichtungen vor Ort erhöhen und finanzielle Unterstützung beim Ministerium beantragen.

„Wir fühlten sich in dem Gespräch mit dem Minister gehört und ernstgenommen. Große Erwartungen werden darauf gelegt, dass die Überarbeitung und Anpassung des KiTaG in Zukunft regelmäßig umgesetzt wird. Nur dadurch können die Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen Schritt für Schritt verbessert werden.“

Schon das „Gute-Kita-Gesetz“ habe offengelegt: Der Bund kümmere sich um das Betreuungsproblem der Eltern, um Vereinbarkeitsfrage und niedrige Kita-Gebühren. „Die eigentlichen Hauptpersonen in den Einrichtungen, Kinder und Erzieherinnen und Erzieher stehen nicht im Fokus der Aufmerksamkeit“, finden die Einrichtungsleiterinnen aus Nienburg. Deshalb sei die Novellierung des niedersächsischen KiTaG von ganz besonderer Bedeutung für die Zukunft und Chancengleichheit der Kinder.

Zur Novellierung informiert die niedersächsische Staatskanzlei abschließend: „Mit dem neuen Gesetzentwurf sollen aktuelle Qualitätsstandards und die dauerhafte Finanzierung der Kindertagespflege landesgesetzlich festgeschrieben werden. Der Bildungs- und Erziehungsauftrag soll fortgeschrieben und auf die Kindertagespflege erstreckt werden. Hiermit wird das erklärte Ziel der Landesregierung, Kindertagesstätten mit bestimmten Qualitätsstandards zu etablieren, weiterverfolgt.