Der Warper Kindergarten „Wundertüte“ ist wieder geöffnet auf Druck von Verwaltung, Behörden und Eltern, wie dessen Leiterinnen erklären. Foto: HARKE-Archiv

Der Warper Kindergarten „Wundertüte“ ist wieder geöffnet auf Druck von Verwaltung, Behörden und Eltern, wie dessen Leiterinnen erklären. Foto: HARKE-Archiv

Windhorst 18.03.2021 Von Die Harke

Kita „Wundertüte“ wieder geöffnet: Bestürzt über Druck von Behörden

Leiterinnen schreiben Offenen Brief

Die Kindertagesstätte „Wundertüte“ in Windhorst ist seit Montag wieder geöffnet. Eigentlich wollten dessen Leiterinnen Claudia Winkelmann und Anja Laforce die Einrichtung geschlossen lassen und lediglich eine Notbetreuung anbieten. Als Begründung nannten sie die hohen Infektionszahlen und Risiken durch die britische Virusmutation (DIE HARKE berichtete).

„Seit Montag, dem 15. März, arbeitet unsere Einrichtung in Szenario B. Der Druck aus Verwaltung, Landesschulbehörde und einiger Eltern zwingt uns zu dieser Arbeitsweise“, heißt es in einem Offenen Brief der beiden Frauen: „Mit unserer Vorgehensweise, ab März noch in der Notbetreuung zu bleiben, anstatt für alle Kinder zu öffnen, haben wir versucht, für alle Beteiligten – Kinder, Eltern und Kolleginnen – Gesundheitsschutz und Betreuung in der gegenwärtigen Pandemielage zu vereinbaren.“

Seit März vergangenen Jahres habe die Einrichtung immer alle Vorgaben der Politik reibungslos und vollständig umgesetzt. „Die letzte Entscheidung der Politik von Donnerstag, 4. März, ohne die versprochenen Impfungen und eine Teststrategie für alle hat uns fassungslos gemacht, zumal der Stand der Pandemie ein anderer als letztes Jahr ist. Wir arbeiten also wie von den Entscheidungsträgern angewiesen“, heißt es weiter.

„Nach wie vor halten wir aber an unserer Überzeugung fest, dass eine verpflichtende Öffnung der Kindertagesstätten ohne ausreichendes Schutzkonzept (Tests und abgeschlossener Impfschutz) zum jetzigen Zeitpunkt für die Kinder, die Familien und die Mitarbeiterinnen unverantwortlich ist. Die Entwicklung der Pandemie bestätigt uns in unserer Haltung“, schreiben die Leiterinnen.

Offensichtlich würden sich derzeit die kurzsichtig „auf Sicht Fahrenden“ gegenüber den Präventivdenkenden durchsetzen: „Wir sind bestürzt über die Art und Weise des Gegenwindes, den wir erfahren haben und nehmen wieder einmal zur Kenntnis, dass Einwände von Betroffenen, die in der Hierarchieebene weit unten, aber in der Realität dicht am Infektionsgeschehen arbeiten, nicht ernst genommen werden.“

Öffnung sei unverantwortlich

Alle Arten von Öffnungen würden mit zumindest reduzierter Besucher-, Benutzer- oder Käufer-Zahl stattfinden Die Kitas und viele Schulklassen dagegen würden ohne Teststrategie und ohne sichere Impfungen für die Kinder und Jugendlichen geöffnet. „Es bleibt uns abzuwarten, welche Erfahrungen damit gemacht werden und aus welchen Erfahrungen welche Entscheidungsträger welche künftigen Entscheidungen treffen.“

Die beiden Kindergartenleiterinnen haben aber auch eine positive Nachricht: Es gebe eine Spende von 1.000 Euro der Firma „ xax managing data & information“ für den Kauf von Schnelltests. „Wir sind glücklich über die richtige Entscheidung von Eltern, sich für den Gesundheitsschutz aller einzusetzen, unter anderem diese Spende einzuwerben, die es uns ermöglicht, unsere Kinder regelmäßig testen zu lassen.“

„Das vernünftige (auch die eigene Familie schützende) Verhalten vieler Eltern erlaubt uns ein Arbeiten mit so viel Trennung, dass sich das Risiko für unsere Kolleginnen etwas minimiert. Das solidarische Mitdenken unserer Eltern hat auch dazu geführt, dass wir am 17. März eine Spende über 1.000 Euro für die Beschaffung von Schnelltests für unsere Einrichtung erhalten haben. Diese können ab Anfang nächster Woche eingesetzt werden. Wir würden uns freuen, wenn dieses Beispiel auch in anderen Einrichtungen Schule machte“, schreiben Claudia Winkelmann und Anja Laforce abschließend.

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Erstellt:
18. März 2021, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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