Stefan Reckleben

Stefan Reckleben

Privatinsolvenz 18.12.2012 Von Stefan Reckleben

Klare Linie fehlt

Es gibt Menschen, die selbstverloren ihr Hab und Gut in Spielhallen oder an samtbezogenen Tischen verzocken. Andere werden als trendiger Finanzjongleur ihr eigenes Opfer. Es gibt selbstverliebte Menschen, die leben auf zu großem Fuß. Viele wollen da mithalten und bestellen sich auf Pump alles, was grade heute mal so das Herz begehrt. Abhändigkeit, Schwäche, Arroganz und Dummheit führen oft in die Zahlungsunfähigkeit.

Es gibt auch andere Ursachen: Wenn die Wirtschaft Firmen die Existenzgrundlage entziehen, Menschen unverschuldet auf dem Arbeitsmarkt landen und Trennungen den Partner mit Kindern zu entwurzeln drohen.

Damit das nicht passiert, sondern Verschuldete ihre verfassungsmäßig verbriefte Menschenwürde mit einem Neuanfang wahren können, aus diesem, aus betriebs- und volkswirtschaftlichen Gründen änderte der Gesetzegeber das Insolvenzrecht. Klartext: Besser die Finanz- und weitere Wirtschaft bekommt einen Teil ihrer Schulden zurück als nichts. Gleichzeitig soll den Insolventen wieder die volle Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht werden.

Dem gegenüber zeigt das Beispiel aus dem Nienburger Nordkreis (siehe neben stehenden Bericht) Unzuständigkeiten im Recht. Der Gesetzgeber sollte der eigenen Glaubwürdgkeit wegen für Rechtssicherheit sorgen. Pfändungsschutzkonten sollten nach Eröffnung einer Privatinsolvenz weitergeführt werden. Konten mit ohnehin schmalen Pfändungsfreibeträgen gehören nicht in die Insolvenzmasse. Stefan Reckleben

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Erstellt:
18. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 37sec

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