Die Berliner Kommunikationsmanagerin Franziska Schultheis mit den JBG-Lehrkräften Dr. Arne Röhrs, Schulleiter Lutz Bittner, und Stefan Zimmermann. Fotos: Achtermann

Die Berliner Kommunikationsmanagerin Franziska Schultheis mit den JBG-Lehrkräften Dr. Arne Röhrs, Schulleiter Lutz Bittner, und Stefan Zimmermann. Fotos: Achtermann

Hoya 08.12.2019 Von Horst Achtermann

Klassenraum wurde zur Tüftelwerkstatt

Hackdays am Johann-Beckmann-Gymnasium Hoya / Der Mülleimer leuchtet, wenn er voll ist

Tüfteln, Erfinden, Entdecken. 35 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis elf des Johann-Beckmann-Gymnasiums Hoya verwandelten den Klassenraum 45 zwei Tage lang in eine Tüftelwerkstatt. Wo gibt es Probleme an der Schule und wie können wir diese lösen? Das waren die Themen, denen nachgegangen werden sollte.

Das Projekt „Make Your School“ ist eine Ideenwerkstatt, in der Schülerinnen und Schüler mitgestalten können. Franziska Schultheis aus Berlin vertritt das Projekt „Wissenschaft im Dialog“, eine Initiative der deutschen Wissenschaft, die Schulprojekte organisier. Gefördert wird das Projekt von der Klaus-Tschira-Stiftung (KTS). Sie wurde 1995 vom Physiker und SAP-MitbegründerTschira ins Leben gerufen.

Vier Studenten waren wegen der Tüfteltage aus ganz Deutschland angereist. Sie kvertraten die Bereiche Informatik, Design und Maschinenbau, begleiteten die „Hackdays“ und gaben den Schülerinnen und Schülern fachliche Impulse. Hacking steht für kreatives Tüfteln,

„Make Your School“ geht seit dem Schuljahr 2016/17 auf Reisen und besucht mittlerweile jährlich 40 Schulen deutschlandweit, betont die Kommunikationsmanagerin.

Das Johann-Beckmann-Gymnasium hier in Hoya sei gut aufgestellt, lobt Franziska Schultheis. Die Schulen erhalten von der Stiftung Materialkoffer mit Sensoren, kleinen Computern und Elektrotechnik und ein kleine Budget zum Nachkaufen von Dingen, die fehlen oder benötigt werden.

In gemischten Gruppen wurden neun Projekte von den Schülern entwickelt, unterstützt wurden sie von ihren Lehrern Dr. Arne Röhrs und Stefan Zimmermann. Letzterer unterstreicht, „dass die Hackdays in einer extrem entspannten Atmosphäre stattfanden. Die Teilnehmenden waren vom Unterricht befreit, Klausuren ausgenommen“.

Gemischte Gruppen haben sich zum Beispiel „Essensmarkenautomat“ oder „Toilettenfinder“ als Team-Arbeit ausgesucht. DIE HARKE am Sonntag hat sich mit dem Team Vinch, Philipp und Marvin unterhalten, die den „Smarten Mülleimer“ als ihr Projekt ausgesucht haben. Die Schüler betrachteten den mit einem Leuchtkranz gekennzeichneten Mülleimer, 240 davon stehen auf dem Schulgelände, als Aufforderung den Müll in den Eimern zu entsorgen.

„Der Eimer leuchtet auf, wenn er voll ist“, so Marvin. Alles das wird in Verbindung mit einer App geregelt. Man sieht, es gibt viele Erweiterungsmöglichkeiten, zum Beispiel die Mülleimer mit Akkus zu versehen. „Wir hätten schon Lust, diesen Prototyp weiter zu entwickeln“, so der Schüler. Für diesen Blick nach vorne erhielten Vinch, Philipp und Marvin ein Zertifikat, genau wie die übrigen acht Teams. Die Teilnehmergruppen können ihre Projekte einschicken, die drei besten Projekt-Teams aus allen Schulen werden nach Berlin eingeladen.

„Die Hackdays“, so Franziska Schultheis, „leisten einen Beitrag zur Verbesserung der digitalen Bildung an Schulen und bringen Jugendlichen digitale und elektronische Tools näher“. Hackdays schaffen eine offene und kreative Werkstattatmosphäre, Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten lernen Teamarbeit und gestalten so ihr Schulumfeld aktiv mit.

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Erstellt:
8. Dezember 2019, 19:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 20sec

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