Bei den Gesprächen (von links): Stephan Judick (Vorstandssprecher des Klinikums Herford), Dr. Olaf Bornemeier (Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken), Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die beiden Landräte Dr. Ralf Niermann (Kreis Minden-Lübbecke) und Jürgen Müller (Kreis Herford).  Mühlenkreiskliniken

Bei den Gesprächen (von links): Stephan Judick (Vorstandssprecher des Klinikums Herford), Dr. Olaf Bornemeier (Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken), Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die beiden Landräte Dr. Ralf Niermann (Kreis Minden-Lübbecke) und Jürgen Müller (Kreis Herford). Mühlenkreiskliniken

Mühlenkreis 08.10.2018 Von Die Harke

„Klebeeffekt“ bei Medizinerausbildung funktioniert

Landesregierung bekennt sich zum Medizinstudium in Minden und Herford / Zwei Minister waren jetzt zu Gast

Der „Klebeeffekt“ bei der Medizinerausbildung in OWL funktioniert. Das war eine zentrale Botschaft bei einem Besuch von Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister des Landes NRW, und Isabel Pfeiffer-Poensgen, Wissenschaftsministerin des Landes NRW, am Medizin Campus OWL in Minden. Die beiden Minister der Landesregierung haben bei ihrem Besuch in Minden betont, dass die Medizinerausbildung am Medizin Campus OWL eine wichtige Komponente in ihrer Strategie gegen den Medizinermangel auf dem Land darstellt. „Wir brauchen den Medizin Campus OWL in Minden, Herford und Bad Oeynhausen im gleichen Maße wie wir die Medizinische Fakultät in Bielefeld brauchen“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Beides sei notwendig, um mittelfristig genügend Ärzte in und für OWL auszubilden: „Da darf es keine Denkverbote geben und die Türen zur Zusammenarbeit mit der Fakultät in Bielefeld stehen weit offen.“

Seit Oktober 2016 werden an den Mühlenkreiskliniken, dem Klinikum Herford und dem HDZ NRW in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum 120 Nachwuchsmediziner ausgebildet. Die ersten Studierenden werden im November ihre Ausbildung abschließen und ins Praktische Jahr wechseln. Dieser Teil der Ausbildung kann an vielen Lehrkrankenhäusern in ganz Deutschland absolviert werden. Mehr als die Hälfte der Nachwuchsmediziner hat sich allerdings für ein Praktisches Jahr an einem der am Medizin Campus OWL beteiligten Kliniken entschieden. „Das sind erste Zeichen dafür, dass der Klebeeffekt eintreten wird. Besonders freut mich, dass alle Standorte – in Minden, Herford, Bad Oeynhausen und Lübbecke – von diesem Effekt profitieren. Wir werden alles tun, um den Nachwuchs-Ärzten auch bei ihren nächsten Schritten behilflich zu sein“, sagte Medizinvorständin Dr. Kristin Drechsler.

Dr. Ralf Niermann, Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, wies darauf hin, dass die Finanzierung der Medizinerausbildung am Medizin Campus OWL in großen Teilen aus Eigenmitteln der Kliniken stammt. „Das Campus-Gebäude für neun Millionen Euro wurde durch Spendengelder der heimischen Wirtschaft in Höhe von zwei Millionen Euro sowie durch sieben Millionen Euro an Eigenmitteln der Mühlenkreiskliniken finanziert. Wir sagen mit einigem Stolz: Wir gehören zur großen Familie der Ruhr-Universität Bochum. Ein Miteinander zwischen Minden, Herford und Bielefeld, aber auch zwischen den beiden Universitäten ist notwendig und wichtig“, so Niermann. Dr. Olaf Bornemeier, Vorstandsvorsitzender der Mühlenkreiskliniken, wies auf die Investitionen hin, die der kommunale Klinikkonzern für die Medizinerausbildung eingegangen sei „Wir sind in Vorleistung gegangen. Gleichzeitig haben wir vor zehn Jahren den Neubau des Johannes Wesling Klinikums größtenteils aus Eigenmitteln finanziert.“

Bei dem Besuch wurde den beiden Landesministern auch die bisherige Entwicklung der Medizinerausbildung am Medizin Campus in den vergangenen zwei Jahren von Lehrenden aus Minden und Herford vorgestellt. Sie gaben einen Einblick in das Ineinandergreifen von Theorie und Praxis. Zum Ende berichtete die Koordinatorin für die Allgemeinmedizinerausbildung am Medizin Campus OWL, Dr. Beate Lubbe, wie Jungmediziner für die Tätigkeit als Hausarzt begeistert werden können.

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Erstellt:
8. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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