Blick auf die Glaskugeln: Die winzigen Perlen ersetzen die herkömmliche Kiesschüttung. Sie sollen verhindern, dass Eisenoxid den Filter verstopft. Wasserverband Nienburg-Süd

Blick auf die Glaskugeln: Die winzigen Perlen ersetzen die herkömmliche Kiesschüttung. Sie sollen verhindern, dass Eisenoxid den Filter verstopft. Wasserverband Nienburg-Süd

Liebenau 08.05.2019 Von Die Harke

Kleine Kugeln, große Wirkung

Innovative Technik für Brunnen im Wasserwerk „Blockhaus“

Der Wasserverband „Nienburg-Süd“ bereitet am Wasserwerk „Blockhaus“ in Liebenau einen neuen Brunnen auf die Inbetriebnahme vor. Der Brunnen ist nach Angaben des Kreisverbands für Wasserwirtschaft mit 50 Metern für die Region ungewöhnlich tief. Und: Die Filterschicht besteht nicht aus Kies, sondern aus Glas. Der Wasserverband hatte das Wasserwerk „Blockhaus“ vor einigen Jahren von der IVG übernommen. Der jetzt gebohrte Brunnen ersetzt einen abgängigen Vorgänger aus den frühen 1970er Jahren. Den Ausbau begründet Joachim Oltmann, stellvertretender Geschäftsführer des Kreisverbands für Wasserwirtschaft und zugleich Chef der Trinkwasserversorgung beim Wasserverband „Nienburg-Süd“, mit einem langfristig sicheren Zugriff auf ausreichende Grundwasserreserven.

Normalerweise sitze die Förderpumpe eines Brunnens in einem Filter aus Kies. Im neuen Liebenauer Brunnen sei der Pumpenkopf aber von winzigen Glaskugeln umgeben. Joachim Oltmann erklärt, warum: „Das Wasser hier ist sehr eisenhaltig. Kommt das gelöste Eisen mit Sauerstoff in Berührung, oxidiert es und lagert sich ab. Bei einer herkömmlichen Kiesschüttung setzen sich dadurch schnell die Filterschlitze zu, so dass absehbar alle paar Jahre eine aufwändige Brunnenregenerierung erforderlich wäre.“

„Die Lösung liefern die winzigen Kügelchen“, sagt der Ingenieur: „Die Kugeln sind sehr glatt und alle exakt gleich. Das Wasser strömt ungehindert hindurch; das gelöste Eisen kann sich im Filterbereich kaum bis gar nicht ablagern. In der Folge hält der Brunnen länger. Und das spart Kosten.“

Gebaut wird der Brunnen von einer Firma aus Minden; fachlich begleitet wurden Planung und Bau vom Hydrogeologen Dr. Axel Rogge aus Wunstorf. „Die Maßnahme kostet uns 200 000 Euro“, begründet Verbandsvorsteher Thomas Kropp das Hinzuziehen des externen Fachmanns. „Das ist kein Kleingeld für einen Wasserverband. Wir wollen sicher sein, dass das Verfahren die Erwartungen erfüllt.“

Joachim Oltmann ist zuversichtlich, dass das der Fall sei: „Unsere bisherigen Erfahrungen geben uns Recht. Andere Wasserversorger haben schon Interesse bekundet, sich bei uns über den Einsatz der Glaskugeltechnik informieren zu wollen.“

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Erstellt:
8. Mai 2019, 15:32 Uhr
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