Lichtenmoor 26.09.2019 Von Die Harke

Klimaschutz und Landwirtschaft vereinbaren

Projekt „KliMo Lichtenmoor“ mit Flurbereinigung in die praktische Umsetzung gestartet

Das Landschaftsbild des Lichtenmoores verändert sich – das Projekt „KliMo Lichtenmoor“ ist in seine Umsetzung getartet. Durch ein Flurbereinigungsverfahren sollen Klimaschutz und landwirtschaftliche Nutzung vereinbart werden. „Es werden Wasserstandsmessrohre als begleitende Maßnahme der geplanten Renaturierung des zentralen Lichtenmoores im Moor und in den Randbereichen installiert“ – damit starten laut der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises die Arbeiten zur vorgesehenen Wiedervernässung.

Das Projekt „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ („KliMo“) hat nach den Worten der Kreisverwaltung einen langen Vorlauf. Von 2014 bis 2017 fanden Gespräche zwischen Landwirtschaftsvertretern, Vertretern der Torfabbaufirmen und des Naturschutzes statt, dann war ein Kompromiss für die Entwicklung des Lichtenmoores gefunden. „Naturschutzbereiche und landwirtschaftliche Entwicklungsflächen werden künftig räumlich getrennt, und das Entwässerungssystem wird so umgestaltet, dass Wiedervernässung und Landwirtschaft möglich sind“, teilt der Landkreis mit.

Unter dem Titel „KliMo Lichtenmoor – integraler Bestandteil der Flurbereinigung (FKU) – Moorrenaturierung Lichtenmoor“ finanzieren die Europäische Union, das Land Niedersachsen und der Landkreis Nienburg die Maßnahmen zur Moorentwicklung. Mit der Projektleitung der Naturschutzmaßnahmen hat der Landkreis die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) beauftragt.

„Bevor die eigentlichen Maßnahmen zur Vernässung des zentralen Moores stattfinden, werden im Lichtenmoor und den Randbereichen rund 50 Wasserstandsmessrohre eingebaut“, heißt es seitens der Kreisverwaltung: „Sie dienen der Dokumentation der Wasserstände sowohl in den Naturschutzbereichen als auch in den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.“

Eine Fachfirma wird mit einer Bohrraupe auf die Flächen fahren und an den jeweiligen Standorten zwei bis sechs Meter lange Rohre, die einen Durchmesser von sechs Zentimetern aufweisen, einbauen. Der größte Teil der Rohre wird auf Flurstücken im öffentlichen Eigentum platziert. „Für die Rohre, die auf Privatflächen installiert werden sollen, wurden von den Eigentümern Einverständniserklärungen eingeholt“, teilt die Verwaltung mit: „Die Fachfirma wird im Zusammenspiel mit der Projektleitung darauf achten, dass keine Schäden an den Zufahrten beziehungsweise an den Nutzflächen, die teilweise überfahren werden, entstehen.“

Die ersten praktischen Maßnahmen zur Moorrenaturierung sind für den kommenden Herbst vorgesehen. Auf Flächen im Eigentum des Landkreises und des Landes werden dann Gehölze entfernt und alte Weidezäune abgebaut.

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Erstellt:
26. September 2019, 21:00 Uhr
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