In Landesbergen verfolgten zahlreiche Landwirte aufmerksam den Ausführungen der Experten der Landwirtschaftskammer, Bezirksstelle Nienburg, zu aktuellen Fragestellungen des Pflanzenschutzes. Foto: LWK Niedersachsen

In Landesbergen verfolgten zahlreiche Landwirte aufmerksam den Ausführungen der Experten der Landwirtschaftskammer, Bezirksstelle Nienburg, zu aktuellen Fragestellungen des Pflanzenschutzes. Foto: LWK Niedersachsen

Landesbergen 14.02.2020 Von Die Harke

Klimawandel fördert Schädlinge

Pflanzenschutztagung Landesbergen: Es wird immer schwieriger, Resitenzstrategien zu finden

„Der erneut gute Besuch unterstreicht die hohe Bedeutung der Pflanzenschutzfachtagung der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Landesbergen. Die Veranstaltung wurde von vielen lokal ansässigen Landwirten genutzt, um sich für ihren Sachkundenachweis Pflanzenschutz fortzubilden“, teilt die Landwirtschaftskammer mit.

Jeder, der in Deutschland für die Landwirtschaft zugelassene Pflanzenschutzmittel anwendet, darüber berät oder mit diesen handelt, benötige diesen Sachkundenachweis und muss sich mindestens alle drei Jahre auf einer solchen vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen anerkannten Veranstaltung fortbilden.

Dr. Stefan Lamprecht vom Pflanzenschutzamt aus Hannover referierte über Rechtsgrundlagen im Pflanzenschutz. Dabei wurde stets betont, dass die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel immer auf das minimal notwendige Maß beschränkt werden müsse. Pflanzenschutzmittel seien weiterhin nur unter bestimmten Auflagen zugelassen. Neben Anwendungsbestimmungen zum Gewässerschutz, zur Bienenschutzverordnung und zu diversen Anwendungsverboten (zum Beispiel auf Nichtkulturland wie gepflasterten Wegen) stand der Schutz des Anwenders im Vordergrund seines Vortrages.

Aktuelle Aspekte Zum Pflanzenschutz vorgestellt

Dirk Mußmann, Pflanzenschutzberater der Bezirksstelle Nienburg, stellte anschließend unter der Kernaussage „Mit integriertem Vorgehen zum ökonomischen Optimum“ aktuelle Aspekte zum Pflanzenschutz in den Getreidekulturen Weizen, Gerste, Roggen und Triticale vor. Neben neu zugelassenen Präparaten stellte er auch Möglichkeiten zur Vermeidung von Resistenzen einzelner Organismen gegenüber bestimmten Pflanzenschutzmitteln dar. Dies würde durch einen konsequenten Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung bestimmter Ungräser, Unkräuter und Pilze theoretisch gelingen, jedoch erschwere der fortschreitende Verlust von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen diese Resistenzstrategien erheblich. Dies sei momentan auch in allen anderen ackerbaulich relevanten Kulturen ein großes Problem.

So würden auch im Mais ähnliche Probleme auftauchen, berichtete Pflanzenbauberater Manfred Kettel. Generell gelte der Mais als eine Kultur, die wegen ihres Organismus an die sich verändernden klimatischen Bedingungen besser angepasst sei. Steigende Temperaturen führten jedoch dazu, dass sich bestimmte Schädlinge bei uns ansiedelten. Zu diesen zähle der Maiszünsler, der in den nach der Ernte auf dem Feld verbleibenden Stoppeln der Pflanzen überwintert und der im Folgejahr den Mais in der Nachbarschaft schädigen kann. Diesem könne man ausschließlich mit integrierten Pflanzenschutzmaßnahmen wie Boden- und Stoppelbearbeitung begegnen.

Vortrag zur Diskussion über die Dünge-Verordnung

Lüder Cordes, Pflanzenbau- und Pflanzenschutzberater der Bezirksstelle Nienburg, ging auf aktuelle Aspekte des Pflanzenschutzes im Raps ein. Diese Kultur sei in den vergangenen Jahren durch einen deutlichen Rückgang der Anbaufläche in unserer Region gekennzeichnet gewesen, was daran läge, dass man den Raps nicht mehr so zuverlässig wie früher vor Schadorganismen schützen könne.

Geschlossen wurde die Veranstaltung mit einem Vortrag zu der derzeit öffentlich intensiv geführten Diskussion über die Dünge-Verordnung. Der Düngeexperte Lüder Cordes wies deutlich auf die kritischen und in Teilen potenziell existenzbedrohenden möglichen Veränderungen hin.

Cordes betonte, dass er sich fachliche Nachbesserungen am derzeitigen Entwurf der Düngeverordnung wünsche. Er versicherte, dass die Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Landwirten bei der Bewältigung der zusätzlichen Aufgaben zur Seite stehen würden.

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Erstellt:
14. Februar 2020, 15:45 Uhr
Lesedauer:
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