Nikias Schmidetzki DH

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Guten Tag 19.05.2018 Von Nikias Schmidetzki

Klimpergeld und schöner Schein

Wer noch bar bezahlt, bekommt häufig Cent-Münzen zurück. Die können später entweder an anderer Stelle zum passgenauen Zahlen genutzt werden oder wandern in eine Spardose. Deren Inhalt wiederum bringt der Inhaber eines Tages zur Bank – oder er versucht, sich damit einen Wunsch zu erfüllen, auf den er schließlich gespart hat. Und dann das: Der Verkäufer sagt: „Nein.“ Er will das Geld nicht. Wenigstens nicht in dieser Form. Ist ihm zu viel Klimpergeld.

Und tatsächlich ist niemand verpflichtet, mehr als 50 Münzen anzunehmen. Das gilt übrigens auch für Pirvatpersonen. Dazu ergänzt der Finanzexperte Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Auch geringere Mengen müssen nicht akzeptiert werden, wenn das Zählen den Betriebsablauf stört – sich beispielsweise eine lange Schlange an der Kasse bildet.“

Der bessere Weg sei es daher, gesammelte Münzen bei einer Bank oder Sparkasse einzuzahlen oder zu tauschen. Vorher, so rät die Verbraucherzentrale, sollten sich Kunden allerdings über Möglichkeiten und Kosten informieren. Kostenlos sei der Wechsel bei einer Filiale der Deutschen Bundesbank: „Das Geld wird lose angenommen, muss vorher also nicht sortiert und gerollt werden.“

Und dann, wenn der Kunde mit einem großen Schein stolz aus der Bank spaziert, auf dem Weg nach Hause aber plötzlich Heißhunger auf eine Kugel Eis bekommt und nur diesen schönen Schein dabei hat: Könnte schwierig werden – muss es aber nicht. Denn grundsätzlich gilt: „Geldscheine sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel. Das heißt, sie müssen unbegrenzt angenommen wer-den“, erklärt Experte Gernt.

Ausnahmen gebe es aber sehr wohl: Die Annahme großer Scheine kann nämlich laut Verbraucherzentrale per Aushang ausgeschlossen werden. Und auch wenn der Wert des Scheins nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Ware oder Dienstleistung steht, kann er abgelehnt werden. „Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Kunde eine Packung Kaugummi oder eine Busfahrkarte mit einem Hunderteuro-Schein bezahlen möchte“, sagt der Mitarbeiter der Verbraucherzentrale.

Aber genauso könnte natürlich das Kassenpersonal dann – einfach aus Spaß – mit ganz, ganz vielen Münzen rausgeben. So wie es etwa Parkschein- und Fahrkartenautomaten stets zu tun pflegen.

Es besteht aber kein Grund, sich möglichst schnell des gesamten Kleingeldes zu entledigen. Denn eines Tages werden der Mann an der Kasse oder die Frau hinterm Tresen um Kleingeld bitten – und dann kommt die große Stunde des Sparers, der mit Wonne die Münzen aus der Geldbörse in die offene Hand des Kassierers fallen lässt.

Schöne Pfingsten!

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Erstellt:
19. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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