Das Stolzenauer Krankenhaus wird Ende 2023 geschlossen. Foto: Reckleben-Meyer

Das Stolzenauer Krankenhaus wird Ende 2023 geschlossen. Foto: Reckleben-Meyer

Stolzenau 25.11.2020 Von Holger Lachnit

Klinikschließung kommt nicht überraschend

Das erst 2005 gebaute Stolzenauer Krankenhaus wird spätestens 2024 geschlossen. Das ist eine schlechte Nachricht für die Samtgemeinde Mittelweser. Dennoch darf niemand von der Entscheidung des Helios-Konzerns überrascht sein, der die Krankenhäuser Nienburg und Stolzenau 2014 in einem Paket von 40 Kliniken und 13 Medizinische Versorgungszentren von der Rhön-AG übernommen hatte.

Bereits 2001, als Rhön den Zuschlag für die Kreis-Nienburger Krankenhäuser bekam, gab es Zweifel an der Zukunft des Standorts Stolzenau, die seitdem niemals verstummt sind.

2018 wurde die Chirurgie nach Nienburg verlagert, übrig blieben Geriatrie, Innere Medizin und Schmerzklinik. Das war auf Dauer zu wenig für einen wirtschaftlichen Betrieb. Und genau darum geht es bei einem börsennotierten Konzern wie der Helios-Mutter Fresenius.

Des einen Leid ist des anderen Freud’: Helios hat angekündigt, rund 30 Millionen Euro in den Standort Nienburg zu investieren und seine Behandlungskapazitäten dort zu erweitern. Das ist unternehmerisch sinnvoll: Der hiesige Einzugsbereich ist schlichtweg zu klein für zwei Kliniken. Und langfristig wird es für den Landkreis Nienburg besser sein, einen großen Klinikstandort zu haben, in den regelmäßig investiert wird.

Helios hat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Stolzenau zugesagt, Arbeitsplätze in Nienburg bereitzustellen. Gleichzeitig hat der Klinikkonzern angekündigt, ein Konzept für eine Nachnutzung der Stolzenauer Klinik entwickeln zu wollen. Bleibt zu hoffen, dass diese Zusagen auch eingehalten werden.

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Erstellt:
25. November 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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