Gesundheitszentren auf Madagaskar und eine Schule in Äthiopien haben Barbara Willig (links) und Claudia-Sophie Holze als neue Projekte zur Unterstützung durch die Klosterstube vorgeschlagen.Ney-Janssen

Gesundheitszentren auf Madagaskar und eine Schule in Äthiopien haben Barbara Willig (links) und Claudia-Sophie Holze als neue Projekte zur Unterstützung durch die Klosterstube vorgeschlagen.Ney-Janssen

Loccum 05.11.2019 Von Beate Ney-Janßen

Klosterstube unterstützt Projekte

Unterstützung für Schule in Äthopien und Hebammen auf Madagaskar

In zahlreiche Projekte fließen die Erlöse, die die vielen Ehrenamtlichen in Loccums Weltladen „Klosterstube“ erwirtschaften. Oft werden diese Projekte über viele Jahre unterstützt, sorgfältig wird entschieden, wohin das Geld gehen soll und manchmal entschließt sich der Verein, neue Projekte aufzunehmen. Nach Madagaskar und nach Äthiopien fließen in diesem Jahr erstmals Mittel.

Die Idee, einer Schule in Äthiopien zu helfen, die Slum-Kindern Unterstützung bietet, trägt Claudia-Sophie Holze bereits seit zehn Jahren mit sich. Damals besuchte sie selbst das afrikanische Land und kam dabei auch in Kontakt zu der Deutschen Schule in Addis Abeba. Dort hatte die Deutsche Gemeinde in den 1970er-Jahren eine Schule gegründet, die Kindern ohne Perspektive eine schulische Ausbildung und Begleitung bis hin zu Universitäts-Abschlüssen bieten wollte.

Die Gemeinde, erzählt Holze, habe ihren Standort inmitten eines Slums, also genau dort, wo der Lebensweg der Kinder eigentlich schon vorgezeichnet sei. Dem wollten die Mitarbeiter entgegenwirken und gründeten die Schule. Lesen, schreiben, rechnen und eine Mahlzeit biete die Schule seitdem über acht Jahrgänge an und lasse die Kinder auch danach nicht aus den Augen, sondern helfe ihnen, wenn sie ihre Ausbildung fortführen wollten.

Besonders fasziniert sei sie auch von dem inklusiven Ansatz der Schule gewesen, sagt Holze. Viele der Kinder dort seien erblindet. Auch ihnen soll aber die Chance auf Schulbildung gegeben werden – ein Novum in Äthiopien, wie sie betont. Mittlerweile würden rund 900 Kinder in der Schule unterrichtet und seit 1989 sei ihr eine Krankenstation angegliedert.

Ebenfalls profitieren werden Menschen auf Madagaskar – auf Empfehlung von Klosterstuben-Mitarbeiterin Barbara Willig. Sie hatte von dem Verein „Fanajana“ erfahren, den eine Hamburger Hebamme und ein Arzt 2018 gründeten. Dessen Ziel ist es, Gesundheitszentren auf Madagaskar zu unterstützen. Katastrophale hygienische Verhältnisse seien es in diesen von der dortigen Regierung eingerichteten Zentren, erzählt Willig, und die beiden Hamburger hätten es sich zur Aufgabe gemacht, daran etwas zu ändern.

Das erste Teilprojekt, das sie verwirklichen wollen, ist der Zugang zu sauberem Wasser in den Gesundheitszentren. Brunnen und Pumptürme sollen gebaut werden, Brunnenwarte angestellt, die sich darum kümmern, dass hygienische Standards an den Stationen eingehalten und die Anlagen gewartet werden. Nach und nach und je nachdem, was die finanziellen Mittel erlauben, sollen weitere Teilprojekte umgesetzt werden, die die Bedingungen in den Gesundheitszentren verbessern.

Unter anderem sei geplant, berichtet Willig, die Hebammen aus Madagaskar nach Hamburg zu holen, um sie mit den Standards in Deutschland vertraut zu machen – was ihnen die Chance biete, sie in ihrer Heimat zu etablieren. Hilfe zur Selbsthilfe solle ein wichtiger Aspekt der Arbeit sein.

Nur zwei von insgesamt zehn Projekten sind diese beiden, die die Klosterstube regelmäßig fördert. Möglich wird das durch den Betrieb der Klosterstube – und viele Menschen, die dort einkaufen. Geöffnet ist sie im Torbogen des Klosters Loccum noch bis zum 4. Advent, jeweils mittwochs und sonnabends von 14 bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17 Uhr. Im Januar und Februar ruht der Betrieb bevor das Team im März 2020 in seine nächste Saison startet.

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Erstellt:
5. November 2019, 11:15 Uhr
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