Schwierige Entscheidung: Ist das noch ein harmloser Schnupfen oder sehen wir hier erste Corona-Symptome? Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Schwierige Entscheidung: Ist das noch ein harmloser Schnupfen oder sehen wir hier erste Corona-Symptome? Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Nienburg 19.07.2020 Von Die Harke

Kniffliger Umgang mit Infekten bei Kita-Kindern

Das Gesundheitsamt Nienburg rät zu Augenmaß

Kindertagesstätten haben ebenso wie andere pädagogische Einrichtungen aufgrund der Corona-Pandemie strenge Auflagen bekommen. In Niedersachsen so wie in den meisten Bundesländern sind die Kitas dazu angehalten, die Kinder bei Erkrankungssymptomen nach Hause zu schicken. Wie damit umzugehen ist, erklärt Amtsärztin Heike Stiegler vom Gesundheitsamt Nienburg.

Erfahrungsgemäß haben alle Kinder im Vorschulalter immer wieder leichte Infekte mit Schnupfen und verstopfter Nase und leichtem Husten, sind dabei aber fit und haben keine Einschränkungen. Da auch Corona-Erkrankungen bei einem leichten Verlauf mit solchen Symptomen einhergehen können, ist es sowohl für Eltern als auch Kita-Mitarbeitende, Ärzte und Ärztinnen schwierig zu unterscheiden, wann der Kita-Besuch möglich beziehungsweise nicht möglich ist.

„Grundsätzlich gilt, dass ein krankes Kind mit Fieber, starkem Husten und Erkältungsbeschwerden nicht die Kindertagesstätte oder Tagespflegestelle mit mehreren Kindern besuchen darf. So war es bis „vor Corona“ bereits und daran hat sich nichts geändert“, erläutert Heike Stiegler, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes Nienburg. „In so einem Fall sollte das Kind dem Arzt vorgestellt werden, der dann gegebenenfalls einen Abstrich auf das Corona-Virus veranlasst.“

Die Einschätzung eines für das Kindesalter üblichen Schnupfens bedarf laut Gesundheitsamt Nienburg der gleichzeitigen Betrachtung der aktuellen Erkrankungszahlen im Landkreis. Bei einer niedrigen Neuerkrankungszahl, wie sie aktuell im Landkreis Nienburg vorherrscht, ist davon auszugehen, dass der Kinder-Schnupfen auch genau das ist und keine Corona-Erkrankung.

Das bedeutet, dass ein Kind trotz leichten Schnupfens die Kita besuchen darf, ohne dass ein negatives Abstrichergebnis oder ein ärztliches Attest vorgelegt werden muss. Bei einem Ansteigen der Fallzahlen ist allerdings eine Neubetrachtung der Situation durch das Gesundheitsamt und die Einschätzung, ob an dieser Regelung etwas verändert werden muss, erforderlich.

„Kinder, die mit ihren Eltern eine Ferienreise in ein Risikogebiet unternommen und dort Kontakte mit den dort lebenden Menschen gehabt haben und nicht der Quarantäne unterliegen, sollten auch mit nur geringen Schnupfen-Beschwerden die Kita oder Tagespflegestelle nicht besuchen, sondern zunächst einem Arzt vorgestellt werden“, ergänzt Amtsleiterin Heike Stiegler.

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Erstellt:
19. Juli 2020, 14:24 Uhr
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