Sebastian Schwake Stüben

Sebastian Schwake Stüben

Landkreis 06.05.2019 Von Sebastian Schwake

Körperlich am Limit

Guten Tag

Viele Polizisten arbeiten körperlich am Limit. Sie machen reihenweise Überstunde um Überstunde und halten oftmals ihre Knochen für des Bürgers Sicherheit hin. Ende 2018 waren nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums etwa 1,38 Millionen Überstunden aufgelaufen. Ein Fass schier ohne Boden.

Anfang des Jahres war die Zahl noch höher, lag bei gut 1,5 Millionen Überstunden. Abgefeiert haben die wenigsten Beamten ein paar „Stündchen“. Viele haben sich einige wenige ausbezahlen lassen: Das Land hat für den Abbau von 171.000 Überstunden etwa 3,43 Millionen Euro hingeblättert. Ein mickriger Tropfen auf einem extrem heißen Stein und keinesfalls eine Lösung des strukturellen Problems. Noch immer schiebt jeder Polizist durchschnittlich 74 Überstunden vor sich her.

Das Land Niedersachsen hat den Bedarf erkannt und 1.500 neue Vollzeitstellen geschaffen. Zu lange aber hat es bei der personellen Ausstattung der Polizei gespart. Dabei steigen die Anforderungen an eine moderne Polizei ständig. Nienburgs PI-Leiter Frank Kreykenbohm hofft, dass auch seine PI von den Einstellungen profitiert und er womöglich schon am 1. Oktober mehr als die bisherigen 541 Mitarbeiter hat.

Zu wünschen wäre es für ein solch großes Einsatzgebiet, das sich über zwei Landkreise und mehr als 2.000 Quadratkilometer Fläche erstreckt. Der „einfache“ Unfall schluckt nicht so viel Zeit, was viel Zeit braucht, das sind Großeinsätze – ein Beispiel: Mehr als 1.000 Polizisten aus 13 Bundesländern haben im August 24 Wohnungen von Großfamilien in Nienburg durchsucht. Dabei fielen mehr als 4.600 Einsatzstunden an. Die GdP erhofft sich aus den 1.500 Neueinstellungen eine spürbare Entlastung aller Kollegen – zu wünschen ist es den Polizisten im Land(kreis).[

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Erstellt:
6. Mai 2019, 19:37 Uhr
Lesedauer:
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