Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, begrüßt die Teilnehmenden zur 8. Polizeiwissenschaftlichen Tagung. Foto: Polizeiakademie

Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, begrüßt die Teilnehmenden zur 8. Polizeiwissenschaftlichen Tagung. Foto: Polizeiakademie

Nienburg 06.11.2019 Von Die Harke

Kompetenzen stärken – Herausforderungen begegnen

8. Polizeiwissenschaftliche Tagung der Polizeiakademie Niedersachsen Demokratie und Polizei

Bereits zum achten Mal hat an der Polizeiakademie eine polizeiwissenschaftliche Tagung in Nienburg stattgefunden. Über 120 Teilnehmende aus der Landespolizei sowie Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen benachbarter Bundesländer fanden sich am Mittwoch, 6. November, in der Aula der Polizeiakademie ein.

In der Begrüßung ging der Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen, Carsten Rose, deutlich auf die aktuelle Bedeutung des Themas Demokratie und Polizei ein: „Es ist das Jahr, in dem wir 100 Jahre Weimarer Verfassung und 70 Jahre Grundgesetz feiern. Demokratie und Polizei beschreibt ein Begriffspaar, das verwandtschaftliche Nähe ausdrückt und das Verpflichtung für die Polizei ist“ Zunächst gelte es, den Blick nach innen zu richten. Kompetenzen stärken hieße, dass die Bildungsarbeit der Polizeiakademie im Bachelor-Studium, im Masterstudiengang und in der Fortbildung ausgerichtet ist auf die Vermittlung demokratischer Prinzipien. „Das Grundgesetz ist nur so stark, wie es gelebt wird“, so Rose weiter.

Im ersten Vortrag mit dem Thema „Demokratische Rollenkompetenz zwischen Engagement und Distanzierung“ machte Dr. Jens Bergmann, Professor an der Polizeiakademie, klar, dass das kritische Hinterfragen ein Schutz gegen die eigenen Verzerrungen der Wahrnehmung sei, gegen die unreflektierte Übernahme von bloß auf Meinungen basierenden Ansichten.

Herausforderungen begegnen als zweiter Teil des Untertitels, bedeutet zunächst die Befassung mit der Geschichte über die sich wandelnden Verhältnisse von Polizei und Demokratie. Dies wurde durch den Leiter der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte Dr. Dirk Götting und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Barbara Riegger im Vortrag über die Polizei in der Weimarer Republik veranschaulicht.

Die Medienpsychologin Dr. Josephine Schmitt stellte in ihrem Vortrag dar, wie populistische und extremistische Narrative den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen und ging im Detail auf die Verbreitung, die Wirkung und die Präventionsmöglichkeiten ein.

Trotz eines vollen Terminkalenders ließ es sich der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU), nicht nehmen und bereicherte die Tagung mit seinem Besuch und einem Grußwort. In seinen Ausführungen beschäftigte er sich mit der Bedeutung der Wissenschaft und den Herausforderungen an die Politik zur Demokratiestärkung.

Der Politikwissenschaftler Dr. Wolfgang Kraushaar beleuchtete in seinem Vortrag „Self-Fulling Prophecy“ das Thema Linke Gewalt und Polizei.

Der Soziologe Dr. Jonas Grutzpalk ging zu guter Letzt auf die Begrifflichkeiten und Gegenüberstellung von „Demos“ und „Kratie“ ein und erörterte den Standpunkt der Polizei. Somit entfaltete sich das weite Panorama der komplexen Materie Demokratie und Polizei vor den Zuhörenden.

Als Moderator führte Dr. Martin Mauri von der Polizeiakademie durch das Programm.

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Erstellt:
6. November 2019, 18:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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