20.01.2013

Konserven und Kerzen für den Notfall

Katastrophenschutz: Der Landkreis Nienburg gibt in einer Broschüre Tipps bei Stromausfall

Einen Katastrophen-Ernstfall hat es seit der Schneekatastrophe im Winter 1978/79 im Landkreis nicht mehr gegeben. Doch Stromausfälle sind möglich – wie letztes Jahr in München, 2011 in Hannover oder 2005 in Münster. Von Sabine Grulke

Nienburg. Damit man „nicht erst in der Krise mit dem Bürger ins Gespräch kommt, wenn es für manches schon zu spät ist“, will Erster Kreisrat Thomas Klein jetzt die Initiative ergreifen und auf etwas hinweisen, was in der heutigen, hochtechnisierten Welt schnell zur Katastrophe werden kann: Stromausfall. Deshalb liegt in der heutigen Harke am Sonntag ein Flyer vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bei, der den Nienburgern Tipps für den Ernstfall gibt.

„Unsere hochkomplexe Gesellschaft ist in Abhängigkeit geraten vom Strom. Wenn der ausfällt: Wie lange kann sich der Bürger ohne Strom versorgen?“, fragt Klein. Zwar sei in Deutschland „das sicherste Stromnetz in Europa“ vorhanden, aber dennoch: Stromausfälle hat es in den vergangenen Jahren mehrere gegeben, unter anderem 2012 in München, 2011 in Hannover und 2005 in Münster, sogar tagelang, weil ein Sturm Hochspannungsleitungen zerstört hatte.

Wenn der Strom ausfällt, kann man möglicherweise keine Lebensmittel mehr beschaffen, schildert Klein ein an sich „banales“ Problem: „Wenn die Supermarkttüren sich sonst automatisch öffnen, bleiben sie jetzt zu.“ Und selbst wenn man noch hineinkäme und im Stockdunklen einkaufen könnte: Spätestens an der Ladenkasse ist Schluss, denn die funktioniert vollelektronisch.

Also gilt es, sich für den Notfall einzudecken. Konserven und andere unverderbliche Lebensmittel sollte man in ausreichender Menge im Haus haben, denn auch der Kühl- und Gefrierschrank werden bei Stromausfall nicht mehr funktionieren.

Mineralwasser, Streichhölzer und Kerzen sollten auch vorrätig sein. Wer genau kalkulieren möchte, kann dies auf der Seite www.ernaehrungsvorsorge.de/de/private-vorsorge/notvorrat/ tun, rät Werner Dieckhoff vom Fachdienst „Brandschutz und Rettungswesen“ des Landkreises.

Klein empfiehlt zudem Camping-Kocher, die mit Gas – also stromunabhängig – betrieben werden können, und eine eben solche Wärmequelle, da auch die meisten Heizungen ausfallen würden. Ein batteriebetriebenes Radio sei nützlich, ebenso warme Decken und eine ausreichende Menge von benötigten Medikamenten.

„Irgendwann funktionieren auch die Handy-Netze nicht mehr, und die Akkus sind leer“, warnt Klein. Die Notrufnummern 110 und 112 werden jedoch über Notstromaggregate weiterhin versorgt. Im Katastrophenfall würde eine zentrale Leitung eingerichtet, erklärt Dieckhoff, zu der auch Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und DRK gehören. Sie würden dann über Funk erreichbar sein. „Wir können uns im Landkreis auf rund 4000 ehrenamtliche Kräfte verlassen“, weiß der Fachbereichsleiter.

Dennoch weist Klein darauf hin, dass „keine Vollkasko-Dienstleistung“ erbracht werden könne: „Wir können nur Leib und Leben schützen!“ Deshalb sei Nachbarschaftshilfe wichtig im Katastrophenfall: „Wenn etwas fehlt, fragt man den Nachbarn. Dann kann man auch ein paar Tage ohne Strom auskommen.“

Für offene Fragen sitzt Dieckhoff am Montag und Dienstag, 21. und 22. Januar, jeweils von 10 bis 12 Uhr am Info-Telefon (0 50 21) 96 72 80. Den Flyer erhalten 56 500 Haushalte im gesamten Kreisgebiet mit der Harke am Sonntag.

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Erstellt:
20. Januar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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