Der Chor „Himmlische Töne“ in der Liebenauer Sankt-Laurentius-Kirche. Christel Stephan

Der Chor „Himmlische Töne“ in der Liebenauer Sankt-Laurentius-Kirche. Christel Stephan

Liebenau 05.12.2018 Von Die Harke

Konzertantes und Poetry geboten

Liebenauer Chor „Himmlische Töne“ sang vor rund 500 Zuhörern in der vollen Kirche

Bereits zum zwölften Mal hatte der Chor „Himmlische Töne“ zum vorweihnachtlichen Konzert eingeladen. Moderatorin Christa Schäl hatte nicht zu viel versprochen, als sie den etwa 500 dichtgedrängt in der St.-Laurentius-Kirche sitzenden und stehenden Zuhörern einen von adventlichen Gesängen getragenen wie auch von imposanter Kraft strahlenden Teil afrikanischer Klänge bestimmten Chorabend versprach. Es lohnte sich auch dieses Mal, innezuhalten, zuzuhören oder auch zu staunen, welchen musikalischen Farbbereich Dieter Dehmel seinem Chor „Himmlische Töne“ in einer Art Werkschau entlocken konnte. Es wechselten getragene Lieder aus Vor- und Weihnachtszeit mit Liedern im Stil afrikanischer Choräle, wobei der Percussionist Kord Lampe aus Rehburg-Loccum nach längerer Zeit wieder dabei war. Bevor die „Himmlischen Töne“ die befreiende Botschaft Gottes musikalisch weitergaben, stellte Schäl die einzelnen Autoren und Werke vor.

Nach dem von dröhnenden Trommeln begleiteten Einzug begann das Konzert mit „Du bist ein Gott, der mich anschaut“, einem erstmals im Vorjahr veröffentlichten Kirchenlied, mit „Anbetung, Ehre, Lobpreis und Dank“, sowie mit „Thula mtwana wami“, einem traditionellen Wiegenlied der Zulu. Es folgte „We shall overcome“, ein Protestlied der 60er-Jahre während der Bürgerrechtsbewegung in den USA.

Eine Spezialität hatte sich der Chorleiter mit der Einladung von Sarah Lohse aus Lemke einfallen lassen. Erstmals hielt damit das Genre der Wortakrobatik tiefgründigen Einzug in das Chorgeschehen. Zwischen dem von Reinhard Mey getexteten „Über den Wolken“, das von den Comedian Harmonists bekannten „Irgendwo auf der Welt“, „Mo Maria“, einem Lobgesang der neuseeländischen Maori, „Wunder gescheh‘n“ von Nena sowie „Advent der Christenheit“ erhielt die junge Wortakrobatin für ihre feinfühlenden, literarischen Poetry-Vorträge kaum enden wollenden Beifall. Die aus dem Gedächtnis heraus emotional wortgewaltig vorgetragenen Texte der jungen Slampoetin sorgten beim Publikum neben viel Nachdenklichkeit auch für herzliche Lacher und tosenden Beifall. Geschickt verbalisierte sie ihre Gedanken und Emotionen. Es war das gesprochene Wort in seiner nachdenklichen, manchmal auch rasanten Form.

Nach dem mit der Gemeinde gemeinsam gesungenen Vaterunser-Gebet folgte – wegen der zahlreichen Nachfragen – „Der ewige Kreis“ aus dem Musical „König der Löwen“. Unterstützt wurde der Chor dabei von Samanta Beckmeyer auf der Querflöte. Bevor der Chor zum Abschluss mit der Filmmusik „Conquest of Paradise“ enden wollte, kam er um zwei Zugaben, darunter den adventlichen Gospel „Days of Elijah“, nicht herum. Mit viel Feingefühl gelang es dem Chor, die Stimmung auch der Texte unmittelbar erfahrbar zu machen und die Botschaften an das Auditorium weiterzugeben. Dabei ließ sich das Publikum willig von der besonderen Stimmung einfangen.

Pastor Bernd Niss würdigte das Konzert als einen wiederum sehr schönen, rundum gelungenen musikalischen Abend. Der prasselnde Schlussbeifall wurde vom Publikum im Stehen begleitet. Der Chor freute sich zudem darüber, dass respektable Spenden für die Förderung der ALS-Forschung (Günter Tonn, Marklohe) eingesammelt werden konnten.

Zum Artikel

Erstellt:
5. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 26sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.