Im Landkreis Nienburg ist eine steigende Anzahl von Krätze-Fällen registriert worden. Symbolbild: miamariam / Adobe Stock

Im Landkreis Nienburg ist eine steigende Anzahl von Krätze-Fällen registriert worden. Symbolbild: miamariam / Adobe Stock

Landkreis 16.01.2020 Von Die Harke

Krätze breitet sich aus

Kreisgesundheitsamt registriert eine steigende Zahl an Fällen

Das Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg registriert eine steigende Zahl an Krätzefällen. „Aber nicht nur der Landkreis Nienburg ist davon betroffen. Auch landes- und bundesweit ist dieser Trend zu beobachten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Krätze sei eine durch die Krätzmilbe weltweit vorkommende Hauterkrankung und werde durch engen körperlichen Kontakt von mindestens fünf bis zehn Minuten von Mensch zu Mensch übertragen. Auch die indirekte Übertragung über Textilien, zum Beispiel Handtücher oder Bettwäsche, könne eine Rolle spielen.

„Krätze kann jeden betreffen und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun“, erläutert Amtsarzt Dr. Torsten Vogel. Die weiblichen Krätzmilben würden Gänge in der oberen Hautschicht graben, legten dort die Eier ab und obwohl man schon dann ansteckend sei, komme es erst nach etwa zwei bis sechs Wochen zu den ersten Symptomen. Dazu gehörten vor allem ein starker Juckreiz, Kratzspuren und Hautveränderungen in Form von Papeln, Pusteln und blass sichtbaren Milbengängen.

Oft befallene Körperstellen seien Hände, Knöchel, Achseln, Ellbogen, Genitalien sowie besonders die Räume zwischen den Fingern und Zehen. Da Kinderhaut dünner ist, können bei ihnen auch die Kopf- und Gesichtshaut befallen sein, aber auch der Bauch- und Rückenbereich. Insgesamt ähnele die Krätze sehr einer Neurodermitis, Kontaktallergie oder altersbedingten Hautveränderungen. Daher sei der Milbenbefall nur sehr schwer zu erkennen.

„Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, bei entsprechenden Symptomen umgehend einen Arzt aufzusuchen“, rät der Amtsarzt. In den meisten Fällen gelinge es durch die Behandlung, alle Krätzmilben abzutöten. Der Juckreiz könne jedoch noch einige Wochen anhalten. Dabei müssten Patienten und engste Kontaktpersonen gleichzeitig behandelt werden. Zudem sei es wichtig, getragene Kleidung und Wäsche (auch Bettwäsche) bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Nicht waschbare Gegenstände wie zum Beispiel Schuhe, Plüschtiere oder Kleinutensilien könnten durch mindestens siebentägiges Auslüften im Freien, chemische Reinigung oder bis zu 14-tägiger Verwahrung in verschlossenen Plastiksäcken behandelt werden. Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge sollten mit einem leistungsstarken Staubsauger gründlich gereinigt werden. Für Ritzen sollten Polsterdüsen zum Einsatz kommen. Anschließend seien die Staubsaugerbeutel und Hepafilter wegzuwerfen und gegen neue auszutauschen.

Auf der Internetseite www.lk-nienburg.de/kraetze stehen Info-Texte sowie mehrsprachige Info-Flyer zur Verfügung.

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Erstellt:
16. Januar 2020, 17:45 Uhr
Lesedauer:
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