Desinfektionsmittel und Hinweisschilder: Es gibt für Gottesdienste deutlich mehr zu beachten als sonst. Foto: Schmidetzki

Desinfektionsmittel und Hinweisschilder: Es gibt für Gottesdienste deutlich mehr zu beachten als sonst. Foto: Schmidetzki

Landkreis 17.05.2020 Von Nikias Schmidetzki

Kreative Lösungen in den Kirchen

Gemeinden müssen sich an Gottesdienst-Umstellungen gewöhnen

Nicht ganz einfach ist es derzeit, eine der wenigen möglichen Veranstaltungen zu organisieren. Das gilt auch für Gottesdienste, die seit einer Woche wieder erlaubt sind – wenn auch unter ganz besonderen Vorschriften. Die einzuhalten ist vor allem Aufgabe der Pastoren und Kirchenvorstände.

Glücklich kann sich schätzen, wer ein größeres Gotteshaus zur Verfügung hat, weil es dort einfacher ist, die Abstände einzuhalten. Doch auch dann ist Kreativität gefragt. Viele Kirchenschiffe sind Sackgassen. Da heißt es, erst alle rein, dann alle raus – aber schön der Reihe nach. Wer die Möglichkeit hat, auf zwei Ein- oder Ausgänge zurückgreifen zu können, kann eine Einbahnregelung einrichten. Auf jeden Fall müssen Teilnehmende einen Schutz über Mund und Nase tragen, und gemeinsames Singen ist untersagt.

Wer dabei ist, muss notiert werden, um im Fall des Falles mögliche Infektionswege nachzuvollziehen können. Die Gottesdienste werden nur in abgespeckter und kürzerer Form gefeiert. Mancherorts tun sich Gemeinden zusammen. Wo es geht, weichen sie nach draußen aus, und zusätzliche Angebote – übers Internet etwa – gibt es auch weiterhin.

„Von einem Normalbetrieb kann nicht die Rede sein“, sagt Martin Lechler, Superintendent des Kirchenkreises Nienburg. Und seine Amtskollegin aus dem benachbarten Kirchenkreis Stolzenau-Loccum, Dr. Ingrid Goldhahn-Müller, hebt hervor, wie wichtig es sei, sich an die Regeln zu halten: „Als Kirche haben wir den Schutz des Lebens und die Fürsorge für Risikogruppen, Betagte und Schwache ganz besonders im Blick.“

Superintendent Jörn-Michael Schröder aus dem Kirchenkreis Syke-Hoya betont:. „Gerade in dieser belasteten Zeit tut vielen das Innehalten in ihren vertrauten Kirchräumen gut.“ Auch die katholischen Gemeinden sind vorbereitet und voller „vorsichtiger Freude“, wie es der Stolzenauer Pfarrer Christoph Konjer nennt. Auch sein Kollege Thomas Jung aus Nienburg hat schon seit über einer Woche alles vorbereitet.

Wer am Ende tatsächlich in die Kirchen kommt, ist unklar. Vor allem Ältere, die sonst häufig zu den Stammgästen gehören, sind nun auch Teil der Risikogruppe. Das zählt auch für viele Ehrenamtliche und sorgt für ein zusätzliches Problem in so mancher Gemeinde.

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Erstellt:
17. Mai 2020, 16:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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