Die Jugendlichen des „House of Life“ in Steyerberg entwarfen und gestalteten gemeinsam ein großes Graffiti-Bild. House Of Life

Die Jugendlichen des „House of Life“ in Steyerberg entwarfen und gestalteten gemeinsam ein großes Graffiti-Bild. House Of Life

Steyerberg 29.05.2018 Von Die Harke

Kreativität und Tanz für Menschenwürde

Workshop über Hip-Hop, Breakdance und Graffiti im „House of Life“ in Steyerberg

Kürzlich fanden im Jugendhaus „House of Life“ in Steyerberg zwei Workshops im Rahmen der „WABE Hip-Hop-Akademie“ als Teil des Projektes „LandEyeHoch3“statt. Am Samstag lief ein Hip-Hop,-Tanz- und Breakdance-Workshop mit Sinaya Sanchis und Sebastian Ramnitz vom Verein „Cultures Interactive“ statt. Alle Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene waren dazu eingeladen, an dem sechsstündigen Workshop teilzunehmen. So fanden sich um 10 Uhr etwa 15 junge Leute im Alter von zehn bis 18 Jahren zusammen. Ermöglicht wurde der Workshop durch das Jugendprojekt „LandEyeHoch3“ vom Weser-Aller-Bündnis „Engagiert für Demokratie und Zivilcourage“. Die meisten Teilnehmer rechneten damit, dass es nach der Vorstellungsrunde sofort ans Tanzen ginge. Aber da hatten sie sich geirrt. Die Referenten initiierten Spiele in der Gruppe, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit Tanzen zu tun hatten.

Die Spiele fördern vor allem die Koordinationsfähigkeit und verlangen von allen, dass sie zumindest ihren direkten Nachbarn die vollste Aufmerksamkeit schenken. Denn genau das würde wichtig werden, wenn im weiteren Verlauf des Workshops eine gemeinsame Choreografie getanzt werden sollte. Als die Spiele nach mehreren Anläufen erfolgreich absolviert waren, wurde der Teamgeist der Teilnehmer geweckt. Alle wollten die ersten Tanzschritte der gemeinsamen Choreografie lernen, die Tänzerin Sinaya Sanchis aus Berlin sodann Stück für Stück mit den Jugendlichen durchging. Langsam aber beständig wuchs die Choreografie, die schlussendlich aus einer langen Schrittfolge bestand und von Kleingruppen zur Musik vorgestellt wurde.

Aber es wurde nicht nur getanzt, sondern auch über Musik gesprochen – zunächst über Hip-Hop, seine Entstehung und die bis heute ungebrochene Faszination dieser Musikrichtung. Auch wurden teils problematische Texte im deutschsprachigen Hip-Hop behandelt. Als Aufhänger wurden die aktuell in den Medien präsenten antisemitischen Textzeilen von Kollegah und Farid Bang angeführt und darüber diskutiert. Weitere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die in vielen deutschsprachigen Hip-Hop-Stücken eine Rolle spielen, insbesondere Sexismus und Homophobie, wurden erklärt und teils anhand konkreter Textzeilen deutlich gemacht. Dabei wurde auch nicht verschwiegen, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in jeder Musikrichtung eine Rolle spielen kann und nicht auf Hip-Hop beschränkt ist, und dass es auch Hip-Hop-Künstler gibt, die sich in ihren Liedern gegen Rassismus, Homophobie und Sexismus aussprechen. Zum Schluss wurde dann noch einmal getanzt. Die zuvor eingeprobte Choreografie konnte von den Teilnehmern nach eigenen Wünschen verändert werden.

Am Sonntag wurde es dann bunt am „House of Life“: „Was macht einen Menschen wertvoll?“, diese Frage stellten sich 15 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen neun und 21 Jahren bei einem Graffiti-Workshop. Nach einem Einführungsspiel, bei dem die Teilnehmer sich gemeinsam auf einem fiktiven sinkenden Schiff befanden, suchten sie zusammen mit den Workshopleitern Nils Freye und Sebastian Ramnitz nach Wörtern, um diese auf eine Wand am Jugendhaus zu sprayen.

Die Teilnehmer wählten einen Begriff, der ihnen etwas bedeutet und zeichneten auf Papier vor. Mit Unterstützung der Leitung entstand innerhalb von sechs Stunden ein Wandbild mit Begriffen, die einen Menschen wertschätzend beschreiben.

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Erstellt:
29. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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