Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK Hannover weiter hoch. Foto:stock.adobe.com

Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK Hannover weiter hoch. Foto:stock.adobe.com

Landkreis 12.03.2021 Von Die Harke

Kreis-Nienburger Firmen setzen auf Auszubildende

422 neue Ausbildungsverhältnisse bei IHK eingetragen

Entgegen dem Trend im gesamten Bezirk der Industrie- und Handelskammer Hannover wurden zum Ausbildungsbeginn im Jahr 2020 im Landkreis Nienburg mit Stand vom 30. Oktober 422 neue Ausbildungsverhältnisse bei der IHK Hannover eingetragen. Das sind trotz der Widrigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie nur 3,7 Prozent weniger Ausbildungsplätze als zum Ausbildungsstart im Vorjahr.

Im gesamten IHK-Bezirk lag die Zahl der neuen Ausbildungsverträge immerhin bei minus 15,5 Prozent, teilt die IHK mit.

Im Landkreis waren die gewerblich-technischen Branchen im Metallbereich (minus 32 Prozent), Holz (minus 57 Prozent), Nahrung und Genuss (minus 57,1 Prozent), Bau, Steine, Erden (minus 22 Prozent) sowie Chemie, Physik, Biologie (minus 20 Prozent) am stärksten vom Rückgang der Ausbildungsverträge betroffen.

Einzig die elektrotechnischen Berufe konnten ein Plus verzeichnen (14 Prozent). Über alle gewerblich-technischen Branchen lag die Zahl der neuen Azubis bei minus 22 Prozent.

Auch im kaufmännischen Bereich verzeichnet die Industrie einen Rückgang von fünf Prozent. Bei den Banken und Versicherungen waren die Eintragungszahlen mit 43 bis 50 Prozent rückläufig.

Besonders profitiert hat als größte Ausbildungsbranche im Landkreis hingegen der Handel. Hier sind fast 30 Prozent mehr Azubis eingestellt worden als 2019. Gefolgt von Hotels und Gaststätten (plus 6 Prozent), dem Transportgewerbe (plus 9 Prozent) und den Querschnittsberufen, die branchenübergreifend ausgebildet werden können, wie die Kaufleute im Büromanagement und etwa die IT-Fachleute (plus 8 Prozent). Die Zahl aller kaufmännischen Berufe zusammen stieg um 10 Prozent.

Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen durch die Corona-Krise bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK Hannover weiter hoch. „Die Unternehmen planen jetzt für die Zeit nach der Pandemie, im Wissen, dass wir mittelfristig auf einen Fachkräftemangel in der Region zusteuern und der Nachwuchs frühzeitig ausgebildet und an den Betrieb gebunden werden muss“, sagt der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nienburg, Andreas Raetsch: „Es wird für die Betriebe aber immer schwerer, passenden Nachwuchs für ihre Ausbildungsplätze zu finden, und das hat sich in der Corona-Zeit noch einmal deutlich verschärft.“

Große Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen

Der andauernde Lockdown habe nicht nur Branchen wie Handel, Freizeitwirtschaft und Gastronomie wirtschaftlich hart getroffen, sondern bringt über alle Wirtschaftsbereiche große Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen mit sich: laut Ausbildungsumfrage klagen 42 Prozent der Betriebe über fehlenden Zugang zu Bewerbern und 40 Prozent der Betriebe bemängeln die mangelnde Berufsorientierung an Schulen durch die Corona-Beschränkungen. Praktika in den Betrieben fänden jetzt seit fast einem Jahr quasi nicht mehr statt und das werde auch bis Ostern noch so bleiben.

Aktuell habe die IHK Hannover zusätzlich das neue Projekt „Passgenaue Besetzung“ gestartet. Das Berater-Team der IHK ermittelt im persönlichen Gespräch mit den Betrieben ihren Ausbildungsbedarf und die Anforderungsprofile für den betrieblichen Nachwuchs. Im Netzwerk der IHK mit den regionalen Schulen und in Kooperation mit weiteren Partnern der Berufsorientierung werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten ermittelt. „Der Ausbildungsbetrieb soll in dem neuen IHK-Projekt einen möglichst passgenauen Vorschlag bekommen, mit dem klaren Ziel Abschluss eines Ausbildungsvertrages“, sagt Raetsch.

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Erstellt:
12. März 2021, 21:05 Uhr
Lesedauer:
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