Die Klassen 9a und 9b der Oberschule Marklohe in Amsterdam. Bauer

Die Klassen 9a und 9b der Oberschule Marklohe in Amsterdam. Bauer

Landkreis 03.07.2019 Von Die Harke

Kreis-Nienburger putzen Stolpersteine in Amsterdam

Studienfahrt der Oberschule Marklohe

Auf Initiative der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises Nienburg mit Diakon im Ruhestand Martin Bauer und den Lehrkräften Dorthe Göbel, Christina Niebuhr und Krischan Knüttel fuhren die Klassen 9a und 9b der Oberschule Marklohe nach Amsterdam, um sich hier insbesondere mit der Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie zu beschäftigen. Den Beginn der Studienfahrt bildete eine Stadtführung durch Amsterdam. Als besonders beeindruckend erlebten die Mädchen und Jungen laut einer Pressemitteilung nur einen Tag nach dem 90. Geburtstag von Anne Frank den Workshop sowie die Führung mit einem Audioguide durch das Anne-Frank-Haus, wobei sie das Hinterhaus, in dem sich Familie Frank über zwei Jahre versteckt hielt, besuchen durften.

Die Gruppe begab sich auf die Spuren von Anne Frank und ihrer Familie. In der Prinsengracht 267 hatte Otto Frank seine Geliermittelfabrik „Opekta“ nach der Flucht aus Frankfurt aufgebaut. Im Hinterhaus der Firma richtete er dann mit Hilfe seiner Mitarbeitenden das Versteck für seine Familie und weitere Freunde ein. Über zwei Jahre hielten sich die Familien im Hinterhaus versteckt, bis sie schließlich im August 1944 durch Verrat entdeckt wurden. Tief beeindruckt und mit einer gewissen Achtung betrat die Gruppe durch den Aktenschrank vor der Tür ins Hinterhaus die unmöblierten Räume des Verstecks. Alle Räumlichkeiten sind im Originalzustand erhalten und nach wie vor verdunkelt.

Bleibenden Eindruck hinterließ besonders das kleine Zimmer von Anne Frank, das sie sich noch mit einem weiteren Mitbewohner teilen musste. An den Wänden hingen hinter Glas die zahlreichen Fotos und Plakate von Filmgrößen der damaligen Zeit, mit denen Anne das Zimmer „wohnlicher“ gestaltete. So sei es „interessant und berührend gewesen, in dem Haus zu stehen, wo sich die Familie so lange versteckt hat“.

Am Tag darauf erhielt die Gruppe die Möglichkeit, das Widerstandsmuseum zu besuchen sowie an einer Führung durch das jüdische Viertel, in dem sich das Museum befindet, teilzunehmen. Im Museum begab sich die Gruppe dann auf eine interaktive Führung. Im Anschluss an den Besuch im Museum schloss sich ein geführter Rundgang durch das angrenzende ehemalige jüdische Viertel Amsterdams an.

Hier konnten die Orte der Ausstellung noch einmal „live“ erlebt und begangen werden. Zudem nutzen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, die Stolpersteine vor Ort zu putzen. Bereits im Dezember hatten sich beide Klassen mit der Thematik auseinandergesetzt und das Nienburger Stadtarchiv besucht sowie an einer Stolpersteinführung mit Martin Bauer teilgenommen.

Zum Artikel

Erstellt:
3. Juli 2019, 14:31 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.