628 Flüchtlinge werden in diesem Jahr im Landkreis Nienburg erwartet.

628 Flüchtlinge werden in diesem Jahr im Landkreis Nienburg erwartet.

Kreis rechnet für 2015 mit 628 Flüchtlingen

Pressestelle: Weiteren Wohnraum gerne melden / Dezentrale Unterbringung besser als Wohnheime

Landkreis. Der Landkreis Nienburg rechnet damit, in diesem Jahr insgesamt 628 Flüchtlinge bei sich unterbringen zu müssen. Berechnungsgrundlage ist die Anzahl an Flüchtlingen, die das Land Niedersachsen im laufenden Jahr erwartet. Für die Harke am Sonntag hat die Pressestelle des Landkreises Nienburg die aktuellen Daten und Fakten zusammengetragen. Wie Anita Hartmann und Torsten Rötschke weiter ausführen, legen die Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer fest, welchen Anteil von Asylbewerbern jedes Bundesland aufnehmen muss. Diese werden nach dem so genannten „Königsteiner Schlüssel“ festgesetzt. Er wird für jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen (2/3 Anteil bei der Bewertung) und der Bevölkerungszahl (1/3 Anteil bei der Bewertung) der Länder berechnet. Die Verteilungsquote für 2015 in Niedersachsen ist 9,4 Prozent und damit unverändert zu 2014.

Das Land wiederum verteilt die Asylsuchenden auf die Landkreise (und kreisfreien Städte sowie die Region Hannover) nach den Bevölkerungszahlen. Im Landkreis erfolgt die Zuweisung und Unterbringung ebenfalls nach einer Quote, die anhand der Bevölkerungszahlen der Samtgemeinden, Gemeinden und Städte des Landkreises ermittelt wird.

Angestiegen ist nach Angaben der Pressestelle in den letzten Monaten der Anteil an Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien kommen. Der Zustrom an Flüchtlingen aus Syrien ist in etwa gleich geblieben. Daneben werden im Landkreis kleinere Kontingente aus dem Irak, Afghanistan, Eritrea, den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und aus westafrikanischen Staaten aufgenommen.

Bezüglich der Unterbringung besteht zwischen Landkreis und Kommunen ein breiter Konsens darüber, dass eine dezentrale Unterbringung der Unterbringung in Sammelunterkünften oder Flüchtlingsheimen vorzuziehen ist.

Alle im Landkreis Nienburg bisher aufgenommen Flüchtlinge konnten dank der hohen Bereitschaft in den Gemeinden und der Bevölkerung, hierfür Wohnraum zu wirtschaftlich angemessenen Konditionen zur Verfügung zu stellen, in eigenem Wohnraum untergebracht werden, betont Torsten Rötschke und ergänzt: „Bürgerinnen und Bürger, die ungenutzten Wohnraum zu den marktüblichen Vermietungskosten zur Verfügung stellen möchten, sind weiterhin herzlich eingeladen, diesbezüglich Kontakt zu ihrer Gemeinde oder direkt zum Landkreis aufzunehmen. Die Mietkosten werden in diesen Fällen vom Landkreis im Rahmen der Sicherung des Lebensunterhaltes der Flüchtlinge getragen, im Einzelfall kann auch eine erforderliche Herrichtung von Wohnraum finanziell unterstützt werden.“ Die Unterbringung in den Gemeinden und Gemeindeteilen ist im Hinblick an eine Anbindung an soziale Strukturen besonders vorteilhaft. Auf ehrenamtlicher Basis engagieren sich hier bereits vielerorts Menschen, die den neuen Nachbarn Unterstützung im täglichen Leben geben, entweder in Netzwerken, im Umfeld von Kirche oder als Einzelpersonen. Für die Belange der Daseinsvorsorge, der Mobilität, der sozialen Betreuung sind die Gemeinden vor Ort die Ansprechpartner. Wer sich ehrenamtlich gern einbringen möchte, erhält bei den Gemeinden alle wichtigen Informationen hierzu, so die Pressestelle.

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Erstellt:
19. April 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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