Kreykenbohms Quälerei in Hamburg

Kreykenbohms Quälerei in Hamburg

Frank Kreykenbohms Gesichtsausdruck lässt die Pein erahnen – gleich wird er aussteigen. Foto: Kreykenbohm

Das Wetterradar hatte früh angekündigt: Der erhoffte samtige Spätsommersonntag am letzten Augustwochenende entpuppte sich als 14 Grad kalter, bewölkter, verregneter und windiger Triathlon-Tag. Keine Bedingungen also, um bei einem Langdistanz-Ereignis in wohligen Flow zu geraten, auch nicht für den Nienburger Frank Kreykenbohm, der beim Hamburger Ironman in der Klasse M60-64 vorzeitig ausstieg.

Kreykenbohm, der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, hatte seine Vorbereitung diesmal in knackige acht Wochen gepackt. Am Wettkampftag „habe ich mich sehr gut gefühlt“, berichtete der Nienburger, der über reichlich Erfahrung verfügt, bereits zweimal den Ironman auf Hawaii absolvierte. Doch schon bald stellten sich die ersten Probleme ein.

Ich habe es zu dieser Jahreszeit noch nie gesehen, dass Leute mit Handschuhen an den Start gehen.Die 3,8 Schwimm-Kilometer zum Auftakt durch die Binnen- und Außenalster riss Kreykenbohm in 1:02,09 Stunden ab. So weit, so gut. Spätestens auf dem Rad begann der Körper, eindeutige Signale zu senden. Das Streckenprofil: schnell und flach, geeignet also für gute Zeiten. Aus der Stadt heraus führte die Strecke in die Vier- und Marschlande und schließlich zurück in die Wechselzone im Herzen Hamburgs. Aber: längst schmerzten Knie und Hüfte.

Mit einem 30er-Schnitt bewältigte Kreykenbohm die 180 Kilometer auf dem Rennrad, für die er 6:04,01 Stunden benötigte. „Ich habe dann in der Wechselzone vor dem Laufen ausgiebig gedehnt“, schildert Kreykenbohm den Versuch, seinem Körper die Schlussetappe nochmal schmackhaft zu machen. Rundlaufen wollte der Diesel schlussendlich jedoch nicht mehr.

Aufgeben war (noch) keine Option, zehn Kilometer des abschließenden Marathons nahm der Nienburger noch unter die Füße. „Ich hätte das auch durchgehalten, aber es hat dann einfach keinen Sinn mehr gemacht.“ Eine reine Quälerei, um anschließend mit einer mauen Zeit dazustehen – das ersparte sich der Ausdauerspezialist aus Erichshagen.

Die Bedingungen forderten den Teilnehmern an diesem unwirtlichen Tag alles ab. Kreykenbohm: „Es war bitterkalt. Ich habe es zu dieser Jahreszeit noch nie gesehen, dass Leute mit Handschuhen an den Start gehen.“

Damit ist die Triathlonsaison für Frank Kreykenbohm beendet, hier und da wird er noch an Laufevents teilnehmen wie dem Halbmarathon in Uelzen.