Oleksandr - stock.adobe.com

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17.07.2020 Von Die Harke

Krisensicheres Marketing: Ändert Corona die Werbebranche?

Zahlreichen Unternehmen hat die Coronakrise zugesetzt: von rückläufigen Umsätzen bis hin zur Insolvenzgefahr.

Wo die Firmenbudgets knapp werden, überdenkt man Marketingmaßnahmen lieber zweimal. Trotzdem raten Experten davon ab, aus Kostengründen vollständig auf Werbung zu verzichten. Wer sich in der Krise richtig platziert, wird anschließend einen Aufschwung erleben. Jetzt legt eine Studie des MediaAnalyzers offen, wie die Pandemie die Welt des Marketings verändert.

Corona und Werbung: Thematisieren oder nicht?

Wer derzeit den Fernseher anschaltet, erlebt eine fast Corona-freie Welt. Ob die Krise in TV-Serien vollständig ausgeblendet oder von Werbebeiträgen ignoriert wird. Trotzdem bestimmt Corona fernab vom Bildschirm noch immer jeden Lebensbereich. Die Pandemie hat das Leben der Menschen verändert: vom Arbeitsalltag bis hin zur Freizeitgestaltung. Auch das Volumen krisenrelevanter Online-Suchanfragen bestätigt, dass Corona-Themen die Bevölkerung weiterhin beschäftigen. Im Hinblick auf das Marketing stehen Unternehmen daher vor einer grundlegenden Entscheidung. Soll man Corona in Kampagnen direkt thematisieren, oder die Krise in der Werbung ignorieren? Eine Studie des MediaAnalyzers hat sich Anfang Mai mit dieser Frage beschäftigt.

Wie spricht man Kunden in der Krise an?

Ob es um Neukundengewinnung oder Maßnahmen im Retention-Marketing geht: Wonach sich Zielgruppen in Zeiten von Corona sehnen, ist laut dem MediaAnalyzer

  • Authentizität
  • Ehrlichkeit
  • Fairness
  • Positivität
  • Hoffnung
  • Sicherheit
  • Sensibilität

Kunden fordern hoffnungsvolle Inhalte, die in der Krise positive Gefühle wecken und mit Ehrlichkeit sowie Fairness von Unternehmen vertreten werden. Praktische Aspekte wie Bestellmöglichkeiten und Hygiene liegen ihnen am Herzen, wenn es um die Entscheidung für ein Unternehmen geht. 16 Prozent aller Befragten gaben an, Betriebe müssten nichts an ihrer bisherigen Marketingstrategie verändern und ganze zwölf Prozent reagieren zornig auf Unternehmen, die das Thema Corona in ihren Werbekampagnen ausnutzen. Rücksicht und Ehrlichkeit solle ihrer Meinung nach die Kundenansprache während der Krise prägen. Etwa fünf Prozent aller Befragten fordern außerdem Sensibilität und die Abkehr von Ironie, wenn es um die Thematisierung der Pandemie in der Werbung geht.

Werbewirksamkeit nur durch authentische Corona-Bezüge

Ob ein Unternehmen in Werbekampagnen direkten Bezug auf Corona nehmen sollte, hängt von den jeweils vertriebenen Dienstleistungen oder Produkten ab. Wenn Bezüge zur Pandemie weit hergeholt wirken, reagiert ein Großteil aller Konsumenten kritisch. Ist dagegen ein authentischer Bezug gegeben, kann die sensible Thematisierung der Krise erfolgsversprechend sein. Abhängig von der Art des Unternehmens können Betriebe auf Social-Media-Kanälen und Websites außerdem krisenrelevante Expertise teilen, um das Vertrauen von Konsumenten zu stärken. Wer Experten-Themen mit Krisenbezug aufgrund der Unternehmensnatur nicht authentisch umsetzen kann, setzt lieber auf ehrliche Lageberichte. Solche können potenzielle Kundschaft beispielsweise regelmäßig über die Lage des Betriebs, seine Ängste und Sorgen während der Krise aufklären. Dadurch entsteht aufseiten der Kunden ein Gefühl der Solidarität.

Gern genommene Werbeinhalte sind während Corona die Familie und Themen wie Homeoffice, Garten, Kochen und Sport. Aber auch Humor und Lebensfreude haben eine Zustimmung von annähernd 80 Prozent.

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Erstellt:
17. Juli 2020, 14:47 Uhr
Lesedauer:
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