Ein Forstwirt sägt einen Riss in eine Buche, in dem Fledermäuse ein neues Quartier finden sollen. Fotos: Landesforsten

Ein Forstwirt sägt einen Riss in eine Buche, in dem Fledermäuse ein neues Quartier finden sollen. Fotos: Landesforsten

Steyerberg 20.07.2021 Von Die Harke

Künstliche Höhlen für Fledermäuse angelegt

Ideale Wohnlage

Zum Schutz und Erhalt von Fledermäusen haben die Niedersächsischen Landesforsten im Forstort Thiergarten bei Steyerberg jetzt künstliche Fledermausquartiere geschaffen, um den Eingriff in den Lebensraum der Tiere durch den Bau einer 250-Kilovolt-Stromtrasse vom Energieversorger Tennet auszugleichen.

Der Trassenverlauf von Stade nach Landesbergen an der Weser durchschneidet nach Mitteilung der Landesforsten mehrere Lebensräume der flugfähigen Säugetiere. So nutzten Fledermäuse Spechthöhlen als Quartier, aber auch Höhlen und Schlitze, die sich durch Blitz- oder Frostrisse gebildet hätten.

Fledermäuse brauchen reich strukturierte Wälder, die sonnige Bereiche haben und gute Anflugmöglichkeiten zu den Höhlen bieten.

Andreas Böttcher, Förster

Bei dieser zeitlich vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme seien spezialisierte Forstwirte am Werk, die mit Motorsäge und Hubsteiger künstliche „Wohnungen“ für Mausohr & Co. in die Bäume sägen. „Dabei ist die Wahl des Standortes sehr wichtig“, erklärt Andreas Böttcher, Förster für Naturdienstleistungen im Forstamt Nienburg. „Fledermäuse brauchen reich strukturierte Wälder, die sonnige Bereiche haben und gute Anflugmöglichkeiten zu den Höhlen bieten. Im Thiergarten haben wir dafür passende Eichen, Buchen und Hainbuchen gefunden.“

Ein künstlicher Riss in einem Eichenstamm.

Ein künstlicher Riss in einem Eichenstamm.

Diese würden in einer Bachaue stehen und seien damit ideal, denn an Wasserläufen finden Fledermäuse auch ausreichend Nahrung, die sich ausschließlich aus Insekten zusammensetzt.

Ergänzend hätten die Fachleute der Landesforsten auch Nistkästen in die Bäume gehängt, welche schnell von den Tieren angenommen worden seien. „Dauerhaft sind Höhlen jedoch immer vorzuziehen. In ihnen entsteht ein für Fledermäuse wichtiges Kleinklima, das ihren natürlichen Lebensgewohnheiten eher entspricht“, beschreibt Böttcher.

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Erstellt:
20. Juli 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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